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Eichen mit urzeitlicher DNA trotzen Trockenheit

Im Projekt AQUAREL (Anpassung Quercus auf Reliktstandorten) untersuchen Forscher Anpassungsmechanismen von Traubeneichen auf Extramstandorten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aus dem Waldklimafonds gefördert.

Reliktbestände von Eichen an extrem trockenen Standorten sind Gegenstand des geförderten Projekts. Perspektivisch könnten Nachkommen derart trockenheitsangepasster Eichen forstliches Vermehrungsgut für klimastabile Wälder liefern.

Fokus auf lokalen Reliktbeständen

Erstmals richtet sich der Fokus der Forstgenetik auf lokal begrenzte Reliktbestände von Traubeneichen (Quercus petraea), die seit Jahrtausenden auf extrem trockenen Standorten an schwer zugänglichen, unbewirtschafteten Block- oder Felshängen überdauern. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei den so genannten Ureichen um natürliche Bestände handelt, die sich nach dem Ende der Eiszeit angesiedelt und über Generationen hinweg an den dort periodisch auftretenden Wassermangel angepasst haben. Eichen aus diesen Beständen verfügen demnach über besonders günstige Voraussetzungen zur Bewältigung von Trockenstress.

Projekt AQUAREL

Im Projekt AQUAREL (Anpassung Quercus auf Reliktstandorten) untersucht ein Team aus Mitarbeitern der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und des Bayerischen Amtes für Waldgenetik solche Vorkommen auf ihre Eignung als forstgenetisches Reservoire im Klimawandel. Die Projektergebnisse sollen darlegen, welchen Beitrag die Verwendung von Vermehrungsgut aus den Reliktvorkommen zur Begründung klimastabiler Wälder leisten kann.

Trockeneichenbestand in Neustadt an der Weinstraße im Sommer.
Trockeneichenbestand in Neustadt an der Weinstraße im Sommer. Foto: FAWF Rheinland-Pfalz

Charakterisierung der Traubeneichen-Strukturen

Bis Ende 2021 arbeitet das Forscherteam u. a. daran, die Standortbedingungen der Eichenwälder auf Reliktstandorten im Elsass, in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern zu untersuchen, die genetischen Strukturen der dortigen Traubeneichen zu charakterisieren und mit genetischen Daten aus bewirtschafteten Wäldern zu vergleichen. Zudem werden die Wuchseigenschaften und die stressphysiologischen Fähigkeiten der Altbäume und ihrer Nachkommen ausgewertet, um Erkenntnisse über deren Trockenheitsresistenz zu gewinnen. Für die Untersuchungen zu stressphysiologischen Merkmalen und genetisch fixierten Wuchseigenschaften haben die Forscher Nachkommen aus den Eichenbeständen aufgezogen. Mit der Untersuchung der Käferfauna und dem Nachweis so genannter Urwaldarten an den Standorten wollen die Forscher außerdem belegen, dass es sich bei den untersuchten Traubeneichen um Ur- bzw. Reliktbestände handelt.

 

Lesen Sie hier mehr zum Forschungsprojekt AQUAREL. 

Alte Eichen entwickeln Wiederstandskräfte – hier ein Kurzfilm. 

Quelle: FNR

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