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Ehrenamt und Naturschutz

Ehrenamt und Naturschutz

Gerade im Naturschutz stellt ehrenamtliches Engagement in vielen Bereichen eine unverzichtbare Grundlage dar, um großräumig vergleichbare Daten zu erheben wie auch um lokal Arten- und Biotopschutzmaßnahmen in die Tat umzusetzen. Dieses Engagement trägt entscheidend zu der in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt geforderten Verbesserung der Datenbasis zum Zustand und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt in Deutschland bei. Aus diesem Anlass wurde ein zweitägiges Dialogforum zum Thema „Ehrenamtliche Aktivitäten zur Erfassung der biologischen Vielfalt“ am Bundesamt für Naturschutz (BfN) durchgeführt, welches am 18. Februar zu Ende ging. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter von Naturschutzverbänden, Vereinen, Universitäten und Behörden tauschten sich über das gesellschaftliche Engagement im Naturschutz aus und entwickelten gemeinsame Ideen für die zukünftige Zusammenarbeit.
BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel würdigte die enormen Leistungen der ehrenamtlich Aktiven im Naturschutz: „Ohne die Unterstützung von Freiwilligen wäre der Naturschutz in Deutschland weniger leistungsfähig. Es gäbe keine Roten Listen gefährdeter Arten und kein bundesweites Vogelmonitoring. Unser Wissen über Verbreitung und Bestandsentwicklung von Arten wäre nur spärlich. Ehrenamtlich erhobene Daten bilden die Basis für effiziente Naturschutzmaßnahmen – und zwingen Behörden und Politik dazu, sich mit aktuellen Entwicklungen der biologischen Vielfalt auseinander zu setzen. Gerade in Zeiten knapper Finanzen muss aber auch darauf geachtet werden, dass aufgrund knapper Ressourcen nicht zunehmend staatliche Aufgaben ins Ehrenamt abgeschoben werden.“
Das Engagement Freiwilliger im Naturschutz deckt ein weites Feld ab
Der Schwerpunkt liegt in Maßnahmen zum Artenschutz oder der Biotoppflege, der Schutzgebietsbetreuung, der Arbeit in Beiräten, Naturerlebnisangeboten bis hin zur Bestandserfassung von Tieren und Pflanzen. Die bundesweit tätigen Naturschutzverbände hatten 2010 ca. 5,2 Millionen Mitglieder von denen sich mehrere hunderttausend aktiv für den Naturschutz einbringen. Allein beim ehrenamtlichen Vogelmonitoring sind jährlich bundesweit ca. 5000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv.
Von einer effektiven Zusammenarbeit profitieren sowohl der staatliche, als auch der ehrenamtliche Naturschutz und letztendlich die Natur, die es zu schützen gilt. Voraussetzung dafür ist eine stärkere Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit und eine finanzielle Unterstützung durch die Öffentliche Hand für koordinative Tätigkeiten, die Erarbeitung von Methoden und Standards sowie eine angemessene Aufwandsentschädigung.
Hintergrund
Das zweitägige Dialogforum „Ehrenamtliche Aktivitäten zur Erfassung der biologischen Vielfalt“ wurde am 17. und 18. Februar gemeinsam vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz am Bundesamt für Naturschutz (BfN) veranstaltet. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter von Naturschutzverbänden, Vereinen, Universitäten und Behörden tauschten sich über das gesellschaftliche Engagement im Naturschutz aus und entwickelten gemeinsame Ideen für die zukünftige Zusammenarbeit. Die Fachtagung war Teil eines Dialogprozesses zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Diese Strategie, die 2007 von der Bundesregierung beschlossen wurde, bildet den Kern der Naturschutzpolitik in Deutschland. Sie ist eine Strategie der ganzen Bundesregierung, mit deren Umsetzung die Gefährdung der biologischen Vielfalt aufgehalten und eine Trendwende erreicht werden soll. Die wichtigsten Ergebnisse der Tagung finden sich online unter www.biologischevielfalt.de
BfN

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