Holzindustrie, -verbände

Egger meldet stabilen Umsatz und Ergebnisplus zum Halbjahr

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Mit einem konsolidierten Umsatz von 1,45 Mrd. Euro (-2,1 % zum Vorjahr) hat die Egger Gruppe mit Stammsitz in St. Johann in Tirol das erste Halbjahr ihres Geschäftsjahres 2020/2021, das zum 31. Oktober 2020 endete, abgeschlossen. Damit habe sich Egger nach der ersten Welle der weltweiten Corona-Pandemie sehr rasch erholt.

Nach der ersten Corona-Welle habe man Aufholeffekte nutzen können, berichtet Thomas Leissing, Egger Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung/Logistik. Der Bau- und der Einrichtungssektor seien weniger betroffen gewesen als andere Branchen. Sehr viele Konsumenten investieren aktuell in ihr Zuhause, kaufen sich neue Möbel und Böden, oder renovieren. Die Holwerkstoffbranche profitierte von diesem ‚Cocooning-Trend‘.

Deutliches Ergebnisplus

Das positive Branchenumfeld und damit eine sehr hohe Nachfrage, vorteilhafte Rohstoffkosten sowie auch Fixkostenreduktionen, die im Rahmen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie getroffen wurden, führten zu einem deutlichen Zuwachs im Ergebnis auf 293,9 Mio. Euro (+33,5 %). Die EBITDA-Marge beträgt 20,3 %. Die Eigenkapitalquote liegt, trotz großer Investitionen in den vergangenen Jahren, weiterhin auf dem hohen Niveau von 38,6 %. Den Abschluss dieses umfangreichen Investitionsprogramms bildet der 20. Produktionsstandort im US-amerikanischen Lexington, North Carolina, der im September 2020 seinen Betrieb aufnahm. Diese erste außereuropäische Greenfield-Investition ermögliche es Egger, künftig die steigende Nachfrage nach Holzwerkstoffen am nordamerikanischen Markt als lokaler Produzent vor Ort zu bedienen.

Corona-Auswirkungen vor allem in Westeuropa

Die Umsatzentwicklung der einzelnen Divisionen war im ersten Halbjahr von den regional unterschiedlich starken Auswirkungen der Corona-Pandemie und der dagegen getroffenen Maßnahmen geprägt. Die Umsätze der Divisionen Decorative Products Mitte (-0,9 % zum Vorjahr), Decorative Products Ost (+3,0 %) und Decorative Products Americas (+2,1 %) entwickelten sich stabil. In der Division Decorative Products West (-11,9 %) hingegen waren die Werke in Großbritannien und Frankreich am stärksten von den regionalen Lockdown-Maßnahmen betroffen. In der Division Flooring Products betrug der Umsatzzuwachs +6,2 %, im Segment Sonstiges +3,9 %. Zur positiven Ergebnisentwicklung haben alle Divisionen beigetragen. Ein großer Teil entfällt auf das neue Werk in Biskupiec (PL) in der Division Decorative Products Ost und auf verbesserte Ergebnisse in der Division Decorative Products Americas.

Stabile Erwartungen für 2. Halbjahr

Trotz weiterhin gegebener Unsicherheiten durch die weltweite Corona-Pandemie ist der Ausblick auf das zweite Geschäftshalbjahr 2020/2021 insgesamt positiv. Herausforderungen bestehen in steigenden Rohstoffkosten, möglichen Auswirkungen des Brexit sowie in der Währungs- bzw. Inflations- und Wirtschaftsentwicklung in Argentinien. Die Egger Gruppenleitung geht von einer stabilen Entwicklung der wesentlichen Märkte aus.

Egger/Red.