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Edwin Donaubauer †

Edwin Donaubauer †

Prof. Dr. Edwin Donaubauer ist am 18. März 2012 nach schwerer Krankheit in Wien verstorben. Donaubauer war 40 Jahre lang eine der Säulen der Forstlichen Bundesversuchsanstalt (FBVA). Er hat deren Aufstieg zu einer weltweit anerkannten Institution der Waldforschung entscheidend geprägt – vom Beginn an als junger Wissenschaftler bis zu seiner Pensionierung 1995 als Institutsleiter und stellvertretender Direktor. Im Rahmen seiner Dissertation befasste er sich mit Mykosen der Fichtengespinstblattwespe Cephalcia abietis und promovierte 1959 an der Hochschule für Bodenkultur. Von 1964 bis 1995 war er Leiter des Institutes für Forstschutz. Mitte der 1980er-Jahre habilitierte er sich mit Arbeiten zur Scleroderris-Krankheit der Koniferen und wurde 1985 zum außerordentlichen Professor ernannt. In der Folge etablierte er die forstliche Phytopathologie als eigenständiges Forschungsgebiet an der Universität für Bodenkultur, wo er zahlreiche Forschungsarbeiten betreute und bis 2011 als Vortragender tätig war.
Donaubauer intensivierte die nationale und internationale Forschungsvernetzung der FBVA durch zahlreiche Publikationen, Projekte und Kooperationen. Besonders sei hier sein Engagement im internationalen Verband der forstlichen Forschungsanstalten (IUFRO) erwähnt. Darüber hinaus war er an der Gründung der im Fachbereich Forstpathologie weltweit bedeutendsten wissenschaftlichen Zeitschrift, dem European Journal of Forest Pathology (jetzt Forest Pathology), beteiligt.
An der FBVA baute Donaubauer die Diagnose von Krankheitserregern zu einem der Kernbereiche des Institutes für Waldschutz auf.  Donaubauer war nicht nur ein he­rausragender Diagnostiker, sondern einer der wenigen Pathologen, der sich frühzeitig über komplexe Zusammenhänge von Forstschutzproblemen Gedanken machte.
Der Motor seiner wissenschaftlichen Erfolge war die Begeisterung für das Fach Forstschutz. Mit dieser Leidenschaft hat Edwin Donaubauer viele junge Kolleginnen und Kollegen erfolgreich und nachhaltig „infiziert“, wovon auch die zahlreichen, vor allem internationalen Karrieren Zeugnis geben. Ihm waren die Förderung und das Wohl seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiges Anliegen, das ganz besonders im Verständnis für deren persönliche Probleme zum Ausdruck kam.
T. Cech und Ch. Tomiczek

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