Forstpolitik

Earth Overshoot Day: Holzwirtschaft plädiert für Bauen mit Holz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

In diesem Jahr war der Earth Overshoot Day am 29. Juli. Ab dann verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen, als die Erde innerhalb eines Jahres reproduzieren kann. Würde die natürlich nachwachsende Ressource Holz intensiver genutzt, ließe sich der ökologische Fußabdruck nachhaltig reduzieren, erklärt der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR). Ökobilanzen im Bereich Graue Energien und gezielte Subventionen könnten dabei helfen.

Bereits während seines Wachstums arbeitet der Wald gegen den Klimawandel. “Die rund 90 Milliarden Bäume unserer Wälder sind biologische Klimaschützer”, so DHWR-Geschäftsführer Denny Ohnesorge. “Sie ziehen das klimaschädliche Treibhausgas CO2 aus der Luft und lagern den Kohlenstoff im Holz und Waldboden ein. Auf diese Weise entlasten die Wälder die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid.” Wird das Holz verwendet, beispielsweise im Baubereich, bleibt das CO2 weiter gebunden.

Mehr Holzhäuser bauen

Holz habe viel Potential gegenüber energieintensiven Materialien, betont Ohnesorge. Durch eine bessere Nutzung des Naturmaterials ließen sich laut Thünen-Institut 7 Mio. t Treibhausgase einsparen. Hierfür müsste der Anteil von Einfamilienhäusern aus Holz bis 2030 auf 55 % steigen. Bei mehrgeschossigen Wohnungsbauten bräuchte man statt der heutigen 2 % rund 15 %.

Rohstoff Holz effizienter Nutzen

Die Klimaschutzleistung rechne sich, wenn das Holz für den traditionellen Baustoff aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern komme, was aufgrund der hohen Vorräte und des laufend hohen Zuwachses kein Problem darstelle. „In deutschen Wäldern gibt es ausreichend Holz. Allein für ein neues Wohnhaus wachsen in Deutschland alle 45 Sekunden genug Bäume nach. Die steigende Nachfrage zeigt uns, dass die Ressource noch effizienter genutzt werden muss“, so Ohnesorge

Gesetzliche Vorgaben?

Ohnesorge regt abschließend an, über gesetzliche Vorgaben nachzudenken. Der Gebäudesektor machte fast 40 % der globalen Treibhausgas-Emissionen aus. Laut Klimaschutzgesetz sollen dort 51 Mio. t CO2 eingespart werden. Die Grauen Energien in die Gebäudebilanzen mit einzubeziehen, könne positive Impulse für Architekten, Planer und Bauherren setzen, vermehrt auf den CO2-bindenden Baustoff zu setzen. Aber auch gezielte staatliche Förderungen für den Bausektor wären eine Möglichkeit, die notwendige Transformation hin zu einer stärkeren Mischung von konventionellen, CO2-intensiven Materialien und nachhaltigen Naturressourcen voranzutreiben.

Quelle: DHWR