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Teilnehmende des ersten DVFFA-Sektionstreffens "Internationale Waldforschung" in Tharandt

DVFFA-Sektion zur internationalen Waldwirtschaft gegründet

Im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten wurde die Sektion Internationale Waldwirtschaft (DVFFA Sektion IW) gegründet. Das erste Sektionstreffen fand am 29. und 30. November 2019 an der Technischen Universität Dresden in Tharandt statt.

Die Sektionsgründung erfolgte aus der Notwendigkeit, mittels Forschung, Lehre und Weiterbildung in internationaler Waldwirtschaft Antworten auf die anhaltende Zerstörung und Degradation der Wälder in vielen Regionen der Erde geben zu können. Die Ziele der Sektion sind u.a. die Lobby- und Projektarbeit, Vernetzung, verbesserte Sichtbarkeit und die Nachwuchsförderung. Geplant sind jährliche Treffen (ggf. auch auf der FoWiTa oder IUFRO-Tagung). Als Sprecher der Sektion fungiert Prof. Jürgen Pretzsch, stellvertretender Sprecher ist Prof. Michael Köhl. Im Rahmen des Sektionstreffens wurde ein Memorandum zu Lehre und Forschung in internationaler Waldwirtschaft im deutschsprachigen Raum unterzeichnet (s.u.). Die nächste Tagung soll Ende November/Anfang Dezember wieder in Dresden stattfinden.

Memorandum zu Forschung und Lehre in internationaler Waldwirtschaft im deutschsprachigen Raum

Die Wälder erbringen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Sicherung der künftigen Lebensgrundlagen der Menschheit, z.B. Versorgung mit Trinkwasser, Schutz von Boden und Mikroklima, Kohlenstoffspeicherung, Versorgung der ländlichen und städtischen Bevölkerung mit Waldprodukten, Beschäftigung, Einkommen und Erhaltung der Biodiversität. Dennoch sind Wälder in vielen Regionen der Erde von einer anhaltenden Zerstörung und Degradation betroffen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Forschung, Lehre und Weiterbildung in internationaler Waldwirt-schaft eine große Bedeutung.

Forschung und Lehre im Bereich der internationalen Waldwirtschaft im deutschsprachigen Raum zeichnen sich im internationalen Vergleich durch eine sehr hohe Qualität aus. Eine stabile Finanzie-rung ist Voraussetzung dafür, dass die forstliche Forschung und Lehre ihrer gesellschaftlichen Rolle gerecht werden kann. Die Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Forschungs-einrichtungen, internationalen Umsetzungsorganisationen, dörflichen Haushalten, Privatunter-nehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen bei der Einführung nachhaltiger Bewirtschaf-tungskonzepte ist zu fördern. Zielvorgaben sind langfristig auszurichten, Leitbilder und Koordinie-rungsmechanismen zu entwickeln. Die langfristige Transformation zu nachhaltigen Systemen muss wichtiger sein als finanzielle Gewinne und die Sicherung von Folgeaufträgen. Dies betrifft auch die Internationale Waldforschung und Lehre im deutschsprachigen Raum. Dadurch würde eine konti-nuierliche und problemorientierte Forschung zu diesen Themen möglich, die dringend geboten ist. Daraus ergeben sich Perspektiven bei der Ausbildung von Fachleuten und des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Auf Basis dieser Problemanalyse schlägt die DVFFA Sektion IW die folgenden Maßnahmen vor:

  • Stärkung und Weiterentwicklung der Internationalen Waldforschung und Lehre im deutsch-sprachigen Raum durch die Einrichtung einer Plattform unter Beteiligung von Akteuren aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Privatsektor.
  • Schaffung von Mechanismen für die Integration von Forschung und Lehre in die technische und finanzielle Zusammenarbeit mit ausreichenden Projektlaufzeiten.
  • Nationale und internationale Koordination von Forschung, Lehre und Weiterbildung zu inter-nationaler Waldwirtschaft, um das hohe Wissensniveau auch im europäischen und globalen Raum verfügbar zu machen.
  • Aufbereitung relevanter Forschungsergebnisse zur Unterstützung von Politik und technischer Zusammenarbeit und zur Berücksichtigung bei politischen Entscheidungen.

 

Info/Kontakt:

Prof. Dr. J. Pretzsch;
Technische Universität Dresden;
tropen@mailbox.tu-dresden.de

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