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Dritte Bundeswaldinventur in Rheinland-Pfalz

Dritte Bundeswaldinventur in Rheinland-Pfalz

„Die Buche ist erstmals wieder häufigste Baumart im Wald. Die Buche ist in unseren Wäldern von Natur aus zu Hause und damit auch den Herausforderungen durch den Klimawandel gut gewachsen“, erklärte Forstministerin Ulrike Höfken am 9.10.2014 und stellte die Ergebnisse der Bundeswaldinventur für Rheinland-Pfalz vor. Alle zehn Jahre wird bundesweit Inventur gemacht. Dabei werden über 150 Merkmale erfasst. In Rheinland-Pfalz haben 14 Inventur-Teams von Landesforsten an über 8.000 Stichprobenstellen mehr als 80.000 Bäume vermessen.
Ergebnisse
Die Inventur zeigt, Rheinland-Pfalz liegt beim Waldreichtum im Bundesgebiet nach wie vor an der Spitze: 42 % der Landesfläche ist Wald. Die Mischung der Baumarten habe sich dabei verbessert. Insgesamt gibt es mehr Laubbäume und Mischwald. Im Wald sind zudem mehr alte Bäume und Totholz zu finden.
Buche als häufigste Baumart wächst auf 21,8 % der Waldfläche. Damit liegt sie vor der Eiche mit 20,2 %. Rheinland-Pfalz hat bundesweit den höchsten Eichenanteil. Danach folgt die Fichte mit 19,5 %.
In den letzten zehn Jahren ist die Laubbaumfläche um 4 % auf nun 60 % gestiegen. Diese erfreuliche Entwicklung ermögliche es, dass das Waldbaukonzept des Landes künftig gezielt auch Nadelbaumarten berücksichtigen könne. Diese müssten klimastabil sein und in Mischwälder eingebettet werden, so die Ministerin. Damit solle ein Beitrag zur Bereitstellung von Nadelhölzern aus heimischen Wäldern für die Holzwirtschaft in Rheinland-Pfalz geleistet werden.
„Unsere Wälder und ihre Nutzung tragen zum Klimaschutz bei“, sagte Höfken. Die Erhebung zeige: Der Wald bindet mehr Kohlendioxid als er durch Holznutzung freisetzt. Derzeit werde durch die Bäume in Rheinland-Pfalz etwa 274 Mio. t Kohlendioxid gebunden. Zum Vergleich: Jährlich emittiert Rheinland-Pfalz etwa 39 Mio. t Kohlendioxid aus Energieverbrauch.
Handlungsbedarf
Der Wald in Rheinland-Pfalz werde vielfältiger, natürlicher und älter, fasste die Ministerin die positive Entwicklung zusammen. Dennoch gebe es Handlungsbedarf, machte sie deutlich. Es gelte einen gesunden und stabilen Wald zu entwickeln, der Klimawandel, Wetterextremen oder Luftschadstoffen standhalte. „Der naturnahe Waldbau muss konsequent weitergeführt werden.
Darüber hinaus stellen wir beispielsweise durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald sicher, dass auf 10 % der Staatswaldfläche die Bäume uralt werden dürfen. Das trägt besonders zum Schutz der Buchen bei“, so Höfken. Weichen habe das Land dafür auch durch die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes und ein Konzept für Biotop-, Altbäume und Totholz gestellt. 
 

Zur Ergebniszusammenstellung

 
MULEWF Rheinland-Pfalz

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