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Dr. Uwe Meyer (l.) mit seinem Nachfolger Dr. Johannes Gerst

Dr. Uwe-Carsten Meyer im Ruhestand

Nachdem Forstdirektor im Privatdienst Dr. Uwe-Carsten Meyer am 2. März  sein 66. Lebensjahr vollendet hat, beendet er nun zum 30. Juni seine aktive berufliche Laufbahn. Ihm folgt ab dem 1. Juli Dr. Johannes Gerst nach.

Nach der Ausbildung zum Reserveoffizier folgte von 1976 bis 1980 das Studium der Forstwissenschaft in Göttingen und Freiburg mit anschließendem Referendariat und Übernahme in der Niedersächsischen Landesforstverwaltung. Von 1983 bis 1986 war er zunächst Revierassistent im Niedersächsischen Forstamt Seelzerthurm, das seinerzeit unter Leitung von FD Dr. Karl-Hartwig Piest Stützpunktforstamt für Forstmaschinen war. In den Jahren 1986 bis 1988 wurde Dr. Meyer die Leitung der ersten Bundeswaldinventur (BWI 1) für Niedersachsen übertragen, parallel erfolgte die Promotion bei Prof. Dr. Horst Kramer mit der Arbeit „Ertragskundliche Auswertung der Forsteinrichtungs- und Standortkartierungsergebnisse für wichtige Hauptbaumarten in verschiedenen Wuchsbezirken der niedersächsischen Landesforsten“.

Wechsel in das Graf von Westphalen’sche Privat-Forstamt

Im Dezember 1988 wechselte er in das Graf von Westphalen’sche Privat-Forstamt nach Fürstenberg bei Paderborn, dessen Leitung er nach Einarbeitung durch seinen Vater im Sommer 1990 übernahm. Seit dem war er als Nachfolger seines Großvaters, dem Oberforstmeister Josef Roosen (1919 bis 1961), sowie seines Vaters Dr. Helmut Meyer (1961 bis 1990) in dritter Generation für den 8.000 ha großen Forstbetrieb mit zusätzlichen Revieren in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und später auch Thüringen verantwortlich. Infolge der kahlschlagsfreien Bewirtschaftung seiner beiden Vorgänger galt dieser Forstbetrieb auch unter seiner Regie nach wie vor als Musterbetrieb für wirtschaftlich erfolgreiche Naturgemäße Waldwirtschaft. So finden bis heute ungebrochen zahlreiche forstliche und wissenschaftliche Exkursionen unter der fachkundigen Führung von Dr. Meyer statt. Dabei waren vor allem seine letzten drei dienstlichen Jahre wegen der bekannten Misere rund um den Wald und das Klima infolge der in diesem Maße noch nie dagewesenen Sturm- und Käferkalamitäten sowie extremer Trockenheit nochmal eine Herausforderung besonderer Art. Auch diese außergewöhnliche Situation hat Dr. Meyer souverän gemeistert. In den letzten Jahren erfolgte zudem unter seiner Initiative noch die Erweiterung von forstlichen Dienstleistungen in einigen benachbarten kleineren Privatforstbetrieben. Mit seinem Wechsel in den verdienten Ruhestand endet nun eine knapp über 100-jährige Familien-Ära, die hierzulande in einer renommierten Privatforstverwaltung wie die der Graf von Westphalen’schen Forstbetriebe einmalig bleiben dürfte.

Engagement über die Dienstpflicht hinaus

Zu erwähnen ist noch sein Engagement im beruflichen Umfeld, das er mit viel Kreativität und jugendlichem Schwung versehen hat. Dr. Meyer hat es geradezu brillant verstanden, ein beispielloses Netzwerk aus Experten der Wissenschaft und Wirtschaft, des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes, der Verbände auf Landes- und Bundesebene sowie verschiedener forstlichen und jagdlichen Stellen zu entwickeln und zu pflegen. Beispielhaft zeigt sich das an seiner langjährigen Aktivität im Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR) im Holzmarktausschuss oder auch in der Tarifkommission im Arbeitgeberverband der Westfälisch-Lippischen Land- und Forstwirtschaft für Forstwirte.

Geradlinigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Diskussionsfreudigkeit, dabei den besonderen Blick auf die Interessen des Eigentümers gerichtet, waren immer Maßstäbe seines Denkens und Handelns. Sich kümmern um Mitarbeiter/innen und Menschen in Bedrängnis, um Freunde und Kollegen und vor allem um Studenten und forstlichen Nachwuchs in verständnisvoller Art war ihm ein Herzensanliegen.

Die vielen Weggefährten aus der Forst- und Holzbranche wünschen ihm für den Ruhestand alles Gute bei gleichbleibend stabiler Gesundheit, damit nun viel Zeit und Muße für seine Familie, seinen großen Freundeskreis und die Jagd verbleiben.

Nachfolger wird Dr. Johannes Gerst

Dr. Johannes Gerst (34) ist seit April 2020 bei den Graf von Westphalen’schen Forstbetrieben, deren Leitung er als Nachfolger von Dr. Uwe-Carsten Meyer ab dem 1. Juli 2020 übernimmt.

Nach dem Bachelor- und Masterstudium an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen von 2005 bis 2010 war Gerst zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Forstökonomie und Forsteinrichtung bei Prof. Dr. Bernhard Möhring tätig. 2015 folgte seine Promotion im Bereich der Forstökonomie. Von 2014 bis 2016 absolvierte Gerst den Vorbereitungsdienst für den höheren Forstdienst (Referendariat) beim Land Hessen, Landesbetrieb HessenForst. Von Juni 2016 bis März 2020 arbeitete er dann für den Regionalverband Ruhr RVR Grün, einem 18.000 ha großen Forstbetrieb und Dienstleistungsunternehmen im Ruhrgebiet. Dort war Gerst zuletzt kommissarischer Leiter eines 10.000 ha großen Teilbetriebes mit sieben Forstrevieren.

Mark von Busse, Prof. Dr. Bernhard Möhring/Red.

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