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Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst verstorben

Bearbeitet von Jörg Fischer

Unerwartet und plötzlich ist am 10. Januar Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst, Leiter des Niedersächsischen Forstamts Münden, im Alter von 66 Jahren verstorben. Dr. Schmidt-Langenhorst war vielen Forstleuten durch seine langjährige Tätigkeit beim Kuratorium für Wald und Forsttechnik e. V. (KWF) und seine Lehrtätigkeiten an der Fachhochschule und der Universität in Göttingen bekannt.

Schmidt-Langenhorst wurde am 4. November 1955 in Hamm geboren. Er studierte Forstwissenschaften in München und Göttingen und absolvierte sein Forstreferendariat in Niedersachsen.

Schmidt-Langenhorsts Laufbahn bei den Niedersächsischen Landesforsten

Seine forstliche Laufbahn in der Landesforstverwaltung und den Niedersächsischen Landesforsten führte Dr. Schmidt-Langenhorst in verschiedene verantwortliche Positionen: Nach den Anfangsjahren als Forsteinrichter und an der Universität in Göttingen als Assistent von Prof. Horst-Dieter Brabänder leitete er die Forstämter Lauterberg (mit angeschlossenem Maschinenstützpunkt) und Herzberg im Harz. Danach war er als Referatsleiter „Waldarbeit und Forsttechnik“ im Ministerium in Hannover maßgeblich dafür verantwortlich, dass Niedersachsen bei der Mechanisierung und Optimierung von Arbeitsverfahren innovativ und wegweisend agierte.

Auf der Grundlage seines breiten Wissens und Erfahrungsschatzes wurde er mit vielfältigen Sonderaufgaben beauftragt. So leitete er die Arbeitsgruppe zur „Evaluation der Forstreform“, die 2005 mit der Gründung der Niedersächsischen Landesforsten in der Rechtsform der AöR mündete. Seit 2005 leitete er das südlichste niedersächsische Forstamt Münden. Als Kollege sowie Vorgesetzter wurde er als geradlinig, gerecht und mit einer tiefen menschlichen Zugewandtheit wahrgenommen. Seine Mitarbeiter hat er gefordert aber auch immer gefördert. Mit Neugier und dem Streben nach Optimierung ausgestattet, stieß er zusammen mit seinem jeweiligen Umfeld immer wieder neue Ideen und Entwicklungen an. Eine besondere Leidenschaft galt dabei dem forstlichen Nachwuchs. Diese Passion vermittelte er auch den Forstreferendaren der Niedersächsischen Landesforsten, die über viele Jahre ausbildete. Als Prüfer im Staatsexamen fragte er im Frühjahr jeden Jahres das Erlernte in seiner unnachahmlichen Art ab. Vielen wurde er auf diesem Weg ein hoch geschätzter Mentor.

Ausgestattet mit großer innerer Ruhe, analytischem Denken und konsequentem Handeln hat sich Schmidt-Langenhorst hohe Anerkennung bei allen Beschäftigten und Geschäftspartnern sowie große Verdienste um die niedersächsischen Wälder und die Niedersächsischen Landesforsten erworben.

Schmidt-Langenhorsts Wirken an den forstlichen Fakultäten in Göttingen

Dr. Schmidt-Langenhorst hat nach seiner forstökonomischen Promotion im Jahr 1996 regelmäßig Lehraufträge an den Fakultäten für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen und der Fakultät Ressourcenmanagement an der HAWK wahrgenommen. Inhaltliche Schwerpunkte dabei waren das forstliche Rechnungswesen, die Waldbewertung, das Forstbetriebsmanagement und die forstliche Planungs- und Organisationslehre. Und wenn Not am Mann war sprang er bei Themen wie „Bestandesbegründung und -pflege“ und „Change Management“ etc. auch schon mal spontan ein.

Als Mensch, der gleichermaßen in der Praxis wie in der Wissenschaft beheimatet war, war er eine Idealbesetzung in der praxisbezogenen Lehre – ein unverzichtbarer Mittler zwischen diesen beiden doch sehr verschiedenen Welten, die im Lehrcurriculum zeitgemäß miteinander verbunden werden müssen.

Seine anspruchsvolle, auch von den Studierenden sehr geschätzte Lehre hat gezeigt, dass ihm das großartig gelungen ist. Und es war nicht nur sein umfangreiches konzeptionelles und praktisches Wissen, sondern sein unermüdlicher Einsatz, seine innere Haltung und seine Zugewandtheit, die ihn ausgezeichnet hat. Diese in der Ausbildung notwendige Mehrdimensionalität war in ihrer stringenten aber unaufdringlichen Art immer präsent.

Schmidt-Langenhorst war auch vorbehaltlos bereit in Notlagen auszuhelfen, hat sein Netzwerk genutzt und stets praktikable Lösungen gefunden. Er hat häufig als Praxispartner bei Forschungsprojekten fungiert, viele Abschlussarbeiten initiiert, diese z. T. auch selber betreut und diverse Exkursionen und Praktika in seinem Forstamt ermöglicht. Das Forstamt Münden stand im Sinne eines „Lehr-Forstamts“ den forstlichen Fakultäten am Standort Göttingen für die forstliche und jagdliche Lehre immer offen. Er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten für die (Fach-)Hochschulkollegen und die Studierenden immer ein offenes Ohr und eine unterstützende Hand. Wie sehr ihm die praxisbezogene forstliche Lehre am Herzen lag, wird auch an seiner scherzhaften Äußerung deutlich, dass er ja auch noch „seinen kleinen Nebenjob im Forstamt“ hätte – von dem alle wissen, wie verantwortungsvoll er auch diesen ausgefüllt hat.

Mit ihm haben seine Kolleginnen und Kollegen nicht nur einen verlässlichen Mitarbeiter und Freund, sondern auch einen großen forstlichen Lehrer und Brückenbauer verloren. Seine Verdienste um die Ausbildung des forstlichen Nachwuchses in Göttingen können gar nicht überschätzt werden. Er hat hunderte Studierende in ihrem Denken und Handeln geprägt – das wirkt fort! Die beiden Fakultäten werden im Forstbotanischen Garten einen Baum für Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst pflanzen. So bleibt er den Hinterbliebenen stets in Gedanken nahe.

Dr. Klaus Merker, Prof. Dr. Carola Paul, Prof. Dr. Bernhard Möhring, Prof. Dr. Hubert Merkel