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Dr. Rudi Suchant 60 Jahre

Am 30. Januar 2018 feierte Dr. Rudi Suchant seinen sechzigsten Geburtstag. Rudi Suchant ist als Sohn eines Forstbeamten in Donaueschingen aufgewachsen, Schwarzwälder aus Überzeugung und Kosmopolit.

Zunächst war er in der Forsteinrichtung in den Forstämtern Tettnang und Bebenhausen eingesetzt. Schon nach wenigen Jahren im Landesdienst bewarb er sich erfolgreich um den Dienstposten eines wissenschaftlichen Referenten im Bereich Wildtierökologie an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg. Diese Position bekleidet er seit nunmehr 30 Jahren. Rudi Suchant widmete sich von Anfang an den Rauhfußhühnern, allen voran dem Auerhuhn. Der Schutz und das Management dieser bedrohten Art lässt ihn seitdem nicht mehr los. Auch seine Dissertation mit dem Titel „Lebensraummodell Auerhuhn“ im Jahr 2001 folgt diesem Thema konsequent. In der später von ihm gegründeten AG Rauhfußhühner brachte er erfolgreich verschiedene Akteursgruppen an einen Tisch, um Wege zum Schutz und Management dieser Arten in einem umfassenden Ansatz zu finden.

Rudi Suchant und seine Passion

Bemühungen der Forstverwaltung, ihn in eine breitere Verwendung zu bringen, widersetzte Suchant sich erfolgreich, um seiner Passion, der Wildtierforschung, nachzugehen. Im Laufe der Jahre erweiterte er seine Forschungen immer mehr, indem er weitere Tierarten und alle möglichen menschlichen Aktivitäten, die mit den Ansprüchen von Wildtieren konkurrieren, in den Blick nahm. So entstanden landschaftsökologische Managementkonzepte auch für das Rotwild im Südschwarzwald, die Wildkatze, den Luchs und schließlich den Wolf. Rudi Suchant geht dabei einerseits von den naturwissenschaftlichen Lebensgrundlagen der Wildtiere aus, um andererseits auch das Zusammenspiel beziehungsweise die Konflikte, die Menschen in einer dichtbesiedelten Industrielandschaft auslösen, in praxistaugliche Konzeptionen umzusetzen. Der „Aktionsplan Auerhuhn“ ist dafür nur eines unter vielen Beispielen. An der Entwicklung des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes (JWMG), das Ende 2014 in Kraft trat, hat er fachlichen Anteil.

Forschung in Gegenwart und Zukunft

Aktuell widmet sich Suchant weiterhin dem Auerhuhn. Eine Arbeit, die neue Aktualität gewinnt, seit die Energiegewinnung aus Windkraft einen deutlichen Aufschwung erfahren hat. Die Lebensräume für das Auerwild und die für die Windkraft interessanten Standorte fallen häufig zusammen. Dabei ist es ihm ein Anliegen, einen Ausgleich der vielfältigen Interessen herbeizuführen, eine Aufgabe, die einerseits klare, wissenschaftlich belegbare Fakten als Grundlage erfordern, die andererseits aber auch Fingerspitzengefühl und eine hohe soziale Kompetenz zur Voraussetzung haben. Die gleiche Fähigkeit bringt er in die Diskussionen um das aktuelle Auftreten des Wolfs in Baden-Württemberg ein. In zahlreichen Gremien sind seine Sachkunde und seine abgewogene Meinung im Interessenausgleich nachgefragt.

Gleichzeitig schart Rudi Suchant eine große Zahl junger Menschen um sich, die sich unter seiner Anleitung dem Thema der Wildtierökologie widmen, sei es durch wissenschaftliche Projekte z. B. in Dissertationen, die er zahlreich initiiert hat, sei es durch die Erarbeitung von konkreten praxistauglichen Managementkonzepten für einen ganzen Strauß von Tierarten. Inzwischen ist der Arbeitsbereich Wildtierökologie in der FVA auf einen Stab von über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – sechs davon in Dauerbeschäftigung – angewachsen. Zwei weitere Dauerstellen stehen im Jahr 2018 zur Besetzung heran.

Wir wünschen Dr. Suchant weiterhin Beharrlichkeit und Fachkompetenz bei seiner interessanten Arbeit, berufliche Zufriedenheit und Freude an der Arbeit.

Konstantin v. Teuffel, Ulrich Schraml

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