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Dr. Manfred Schorcht verstorben

Dr. Manfred Schorcht verstorben

Für uns alle völlig überraschend verstarb Dr. Manfred Schorcht am 9. Mai 2015.
Der Forstverein Mecklenburg-Vorpommern e.V. verliert mit ihm ein Vorstandsmitglied, der dieses Ehrenamt mit Weitblick, großen Engagement und Fachkenntnis wahrgenommen hat. Noch bis zum Schluss war er unermüdlich für den Forstverein tätig.
1997 wurde Dr. Manfred Schorcht Vorsitzender des Forstvereins Mecklenburg-Vorpommern e.V. und übte diese ehrenamtliche Tätigkeit 17 Jahre aus. Während dieser Zeit organisierte er eine Vielzahl fachlich anspruchsvoller Tagungen und Exkursionen mit hohem wissenschaftlichem Niveau. Darüber hinaus trug er als Autor oder Mitherausgeber Verantwortung für zahlreiche wissenschaftliche und fachliche Veröffentlichungen. Erinnert sei hier z. B. an die Beiträge zur Forstgeschichte und die Biographien bedeutender Forstleute unseres Landes sowie die Tagungsberichte des Forstvereins. Für sein langjähriges verdienstvolles Wirken für den Forstverein Mecklenburg-Vorpommern, wurde ihm 2014 der Titel „Ehrenvorsitzender“ verliehen.
Dr. Manfred Schorcht wurde am 23. Oktober 1937 in Tangermünde geboren. Nach der Schulausbildung erlernte er im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb (StFB) Gardelegen den Beruf des Forstfacharbeiters. Um die Zulassung zum Studium zu erreichen, legte er an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) Halle von 1957 bis 1960 das Abitur ab. Daran schloss sich ein fünfjähriges Studium der Forstwissenschaften in Tharandt an. Sein forstlicher Berufsweg führte anschließend nach Mecklenburg, wo er im Militärforstbetrieb Lübtheen seine Betriebsassistentenzeit absolvierte.
Von 1966 bis 1983 war Dr. Manfred Schorcht wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bereich Tropische Forstwirtschaft der Sektion Forstwirtschaft der TU Dresden. Diese Zeit war gekennzeichnet von wissenschaftlicher Forschungstätigkeit im Sachgebiet „Waldbau der Tropen“ sowie von mehreren Auslandsaufenthalten in Kuba, Laos, Vietnam und Sudan, wo er u. a. als Dozent bzw. Aufbauhelfer für forstliche Ausbildungsstätten tätig war. Er promovierte 1974 mit einer Arbeit zur Forstwirtschaft der Republik Kuba und absolvierte von 1976 bis 1978 ein postgraduales Studium für „Tropische Forstwirtschaft“ in Tharandt.
1984 wechselte Dr. Schorcht in den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Hagenow und wurde Abteilungsleiter Rohholzerzeugung mit den angegliederten Bereichen Forstschutz, Liegenschaften, Jagd und Harzung. Nach Auflösung der staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe der ehemaligen DDR wurde er Leiter des Forstamtes Jasnitz. 1995 ging er als Dezernent an das Landesamt für Forstplanung der Landesforstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern, wo er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Forstdienst 2002 verschiedene leitende Funktionen ausübte, zuletzt als Leiter des Forstlichen Versuchswesens.
Dr. Schorcht war darüber hinaus landesweit in verschiedenen forstpolitischen Gremien tätig, in denen er engagiert die Belange der Forstwirtschaft vertrat. Dabei war er eher ein Mann der leisen Töne, der immer fachlich argumentierte und vieles wissenschaftlich hinterfragte. Die Verbindung zur Wissenschaft war ihm deshalb auch immer besonders wichtig.
Als kunstinteressierter Kollege hat er die Ausstellungsreihe „Kunst für Wald und Wild“ ins Leben gerufen und mit jährlichen Ausstellungen im Forstamt Jasnitz die Verbindung von Wald, Wild und Malerei hergestellt. Im Laufe der Jahre hat er Kontakt zu über 30 renommierten nationalen und internationalen Wildtiermalern hergestellt und diese in einer bundesweit einmaligen Ausstellungsreihe nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht. Die große Resonanz und der Erfolg dieser Veranstaltungen ist vor allem seiner fleißigen Arbeit und umsichtigen Organisation zu verdanken.
Der Tod von Dr. Schorcht hinterlässt in der Forstwirtschaft unseres Landes tiefe Betroffenheit und eine spürbare Lücke. Wir verlieren mit Dr. Manfred Schorcht einen verdienstvollen Forstmann und sehr sympathischen Kollegen, der in angenehmer Erinnerung bleibt. Sein unermüdliches Engagement, sein Traditions- und Verantwortungsbewusstsein haben in unserem Forstverein viel Positives bewirkt. Wir werden ihn vermissen – den Menschen und seine Verbundenheit mit dem Forstverein. Für seine geleistete Arbeit sind wir ihm sehr dankbar. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie.
Vorstand des Forstvereins Mecklenburg-Vorpommern

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