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Dr. Jürgen Müller

Dr. Jürgen Müller im Ruhestand

Dr. Jürgen Müller, Leiter des Arbeitsbereichs Waldökologie und Biodiversität am Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde, trat zum 1. März in den Ruhestand. Die Leitung des Arbeitsbereichs hat Dr. Tanja Sanders übernommen.

Müller studierte Meliorationswesen an der Universität Rostock und wurde im Jahre 1980 zum Doktor der Agrarwissenschaften (Dr. agr.) promoviert. Neben seiner Tätigkeit am Forschungszentrum für Bodenfruchtbarkeit in Müncheberg, absolvierte er ein Fernstudium an der TU Dresden, das er als Fachingenieur für Umweltschutz abschloss. Im Jahre 1990 wandte er sich dem Wald zu und forschte fortan zum Einfluss von Baumartenwahl und Waldbewirtschaftung auf den Wasserhaushalt.

Müllers Wirken in Eberswalde

Am gleichen Ort, aber mit unterschiedlicher Zuordnung, zunächst im Institut für Forstwissenschaften Eberswalde (IFE), später in der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH) und schließlich im Thünen-Institut, entwickelte er innovative Geräte wie z. B. wägbare Lysimeter, neuartige Waldbrandsensoren und Systeme zur autarken Stromversorgung von Versuchsflächen im Wald. Sowohl seine Neuentwicklungen als auch seine Forschungsergebnisse fanden und finden breite Aufmerksamkeit und Anerkennung im In- und Ausland. Seine Ergebnisse zu Menge und Qualität des Sickerwassers unter Waldbeständen hatten wichtigen Einfluss auf Politik und gesetzliche Normen zum Trinkwasserschutz. Der neue Waldbrandsensor, der Waldbrände vor dem Entflammen entdeckt, hat international großes Interesse unter anderem in den USA, Russland und Australien erregt.

Über 100 Kolleginnen und Kollegen würdigten seine großen Leistungen und Verdienste in einem Ehrenkolloquium am 26. Februar in Eberswalde.

Prof. Dr. Andreas Bolte, Thünen-Institut

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