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Dr. Hubertus Marsch †

Dr. Hubertus Marsch †

„Offensichtlich wurde [bei den Organisationsdiskussionen] auch, wie tief er vom Fürsorgegedanken für die seiner Verantwortung anvertrauten Mitarbeiter durchdrungen war“, schreibt Gerd Janßen 1998 anlässlich der Verabschiedung von Forstdirektor Dr. Hubertus Marsch in den Ruhestand. Nachzulesen sind in FuH, Nr. 10/1998, S. 325, auch die vielfältigen beruflichen Stationen, die Marsch seit Beginn der forstlichen Lehrzeit 1958 durchlaufen hat: wissenschaftliche Arbeiten in München und Göttingen, praktische Anwendung bei der Konzeption tropischer Waldinventuren für die FAO in Rom und dann endlich Feldarbeit für die FAO in Benin/Westafrika. Die Ergebnisse liefern die Grundlagen für eines der größten und erfolgreichsten deutschen Forstprojekte und die erste operative Zusammenarbeit von technischer und finanzieller Hilfe (GTZ, KfW und Weltbank). Hier lernt der Verfasser Marsch und seine Fürsorglichkeit kennen.

Zurück in Deutschland zunächst als Revierassistent im Forstamt Sprakensehl, dann 10 beruflich und privat so erfüllende Jahre als Leiter des Klosterforstamtes Soltau mit 7.000 ha und einer großen Standortvielfalt eine damals ungewöhnliche Herausforderung. Die Entscheidung, 1990 zur Leitung der Klosterkammerforstabteilung nach Hannover zu gehen und „nebenbei“ das Rest-Forstamt Miele zu leiten, fällt Marsch schwer. Aber Pflichterfüllung und Loyalität sind wichtiger Bestandteil seines Wertekanons. Miele wird nicht ein Zuhause wie Soltau es war. Die Herausforderungen als Abteilungsleiter sind andere. Marsch stellt sich ihnen mit aller Intensität, mehr als eine beginnende schwere Erkrankung es zulässt. 1995 wird es zu viel. Gegen die Gesundheit, gegen berufliche Überzeugungen kann Marsch auf Dauer nicht arbeiten, er übernimmt mit einer Organisationsanalyse noch eine zukunftsweisende Aufgabe im Ministerium in Hannover und geht dann zum 31. März 1998 in den Ruhestand. Soltau wird wieder familiärer Mittelpunkt. Am 3. Mai 2012 kommt Dr. Hubertus Marsch ins Krankenhaus Soltau und verstirbt kurz darauf. Uns, die wir ihn kannten, liebten, schätzten und bewunderten, uns lässt er in Dankbarkeit zurück.

 

Karl-Heinrich v. Bothmer

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