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Dr. Gerald Kändler 60 Jahre

Dr. Gerald Kändler 60 Jahre

Am 3. Januar 2017 feierte Dr. Gerald Kändler, Leiter der Abteilung Biometrie und Informatik der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), seinen 60. Geburtstag. Kändler wurde in Lindau geboren. Er studierte Forstwissenschaften in Freiburg mit dem Abschluss Diplom-Forstwirt 1981. Schon als studentische Hilfskraft war Kändler an der FVA beschäftigt. Im Anschluss des Studiums kam er wieder – als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die Abteilung Landespflege, wo er 1985 im Arbeitsbereich Forsthydrologie in Verbindung mit der Fernerkundung bei Prof. G. Hildebrandt promovierte.
Nach dem Referendariat von 1985 bis 1987 und mit dem Staatsexamen in der Tasche wurde er in die Landesforstverwaltung Baden-Württemberg übernommen und kam in die Praxis als stellvertretender Amtsleiter am Forstamt Altensteig, wo er bis Juli 1990 beschäftigt war.
Von August 1990 bis Juli 1996 war Kändler Referent an der Forstdirektion Karlsruhe in der Abteilung Waldbau mit einer Sonderfunktion am Forschungszentrum Karlsruhe im Projekt Europäisches Forschungszentrum für Maßnahmen zur Luftreinhaltung (Projektträgerschaft zur Förderung von Forschungsvorhaben in der Waldschadensforschung). Anschließend sammelte er weitere praktische Erfahrungen als zweiter Beamter am Forstamt Rotenfels in Rastatt.
Seit Oktober 1998 ist Kändler an der FVA in der Abteilung Biometrie und Informatik tätig, zunächst als wissenschaftlicher Referent, seit Oktober 2001 als Abteilungsleiter und seit Oktober 2015 auch stellvertretender Direktor der FVA.
In den Jahren seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter hat Kändler sich einen Namen als fundierter Biometriker gemacht. Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit sind Stichprobeninventuren, insbesondere die Bundeswaldinventur und die Betriebsinventur. Die bestehenden Großrauminventuren wurden von Kändler methodisch und praktisch weiterentwickelt und neuen Erfordernissen angepasst. Dabei ist ihm seine außergewöhnliche Fähigkeit, sich in äußerst schwierige mathematische Fragestellungen akribisch einzuarbeiten, von besonderem Vorteil. Neue methodische Problemlösungen waren für ihn jedoch nie Selbstzweck. Ziel dieser Entwicklungen war immer die konkrete Umsetzung in den forstlichen Forschungsbetrieb sowie die forstliche Praxis.
In Zusammenhang mit den Inventuren hat Kändler auch die Aufnahmemethodik weiterentwickelt und verbessert: Aus dieser neuen forstlichen Aufnahmeverfahren seien nur die Entwicklung mathematischer Modelle zur Prognose des Höhen- und Durchmesserwachstums, dendrometrische Modelle zur Beschreibung der Schaftform, und die Ermittlung von Biomassefunktionen zur Berechnung der Biomasse- und Kohlenstoffvorräten genannt.
Unter der Leitung von Gerald Kändler wurden die Tätigkeitsbereiche der Abteilung erheblich ausgebaut. So entstand ein Sachbereich Fernerkundungsverfahren, um terrestrische Stichprobeninformationen auch für kleinere Auswertungseinheiten nutzen zu können. Auch für den neuen abteilungsübergreifenden Arbeitsbereich Klimafolgenforschung, Mitte der 2000er Jahre, hat die Abteilung Biometrie und Informatik zunächst die Koordination übernommen. In diesem Arbeitsbereich werden drohende Risiken analysiert und Konzepte und Entscheidungshilfen entwickelt, die es der forstlichen Praxis ermöglichen sollen, auf sich verändernde Umweltbedingungen zu reagieren. Dafür wurde in der Abteilung ein neuer Sachbereich „Geografische Informationssysteme“ geschaffen, der sowohl für die Geodaten-Infrastruktur der FVA und deren Betrieb verantwortlich ist und gleichzeitig Unterstützung und Beratung für die Fachabteilungen der FVA und des Landes bietet. In jüngster Zeit wendet sich die Abteilung unter Kändlers Leitung verstärkt Fragen zu, wie neue Entwicklungen in der digitalen Luftbildtechnologie und deren Analysemethoden für die Forsteinrichtung nutzbar gemacht werden können.
Trotz dieses breiten Aufgabenspektrums und seiner damit verbundenen Tätigkeit in vielen Arbeitskreisen und Gremien hat sich Gerald Kändler seine ruhige, besonnene und kooperative Art im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen erhalten.

Die Kolleginnen und Kollegen – auch die ehemaligen – wünschen Gerald Kändler nachträglich zu seinem runden Geburtstag viel Glück und beruflich weiterhin viel Erfolg.

Konstantin von Teuffel, Bernhard Bösch

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