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Dr. G. Heinrich Melchior verstorben

Am 9. November 2017 verstarb Dr. Georg Heinrich Melchior im Alter von 92 Jahren.

Georg Heinrich Melchior absolvierte seine Schulzeit in Laubach und Grünberg in Hessen. 1943 folgte seine Einberufung zum Militär. Drei Jahre nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft studierte er in Gießen Botanik, Chemie und Phytopathologie und wurde 1956 zum Doktor der Naturwissenschaften auf dem Gebiet der Biochemie promoviert.

Als wissenschaftlicher Angestellter begann er seine Laufbahn am 1. Februar 1957 an der damaligen Zweigstelle des Instituts für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (heute Thünen-Institut für Forstgenetik) im hessischen Wächtersbach. Nach deren Schließung wechselte er 1961 nach Schmalenbeck (heute Ortsteil von Großhansdorf). In den 1960er Jahren war er beurlaubt und fast sechs Jahre an der Anden-Universität in Merida/Venezuela tätig. Später folgten noch weitere Auslandsaufenthalte in Kolumbien, Bolivien und Peru sowie in China.
Im Jahr 1971 wurde Dr. Georg Heinrich Melchior mit der Leitung des Instituts für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung als Nachfolger von W. Langner betraut, das er 17 Jahre leitete. Er bearbeitete Fragen der Pappelzüchtung, Methoden der Blühstimulierung und der vegetativen Vermehrung, Verfahren zur Saatgutlagerung und der Anlage von Samenplantagen. Er gab den Anstoß zur Forschung von Auswirkungen der Luftschadstoffe auf die genetische Zusammensetzung von Waldbaumpopulationen, zur Züchtung von Bäumen für den Kurzumtrieb und zur Verwendung der Gewebekulturtechnologie in der Vermehrung.

Mitte der 1980er Jahre wurde Melchior vom Bundeslandwirtschaftministerium beauftragt, ein umfangreiches Konzept zur Erhaltung forstlicher Genressourcen zu erarbeiten. Neben der Forschung war er Schriftleiter der von Langner gegründeten Zeitschrift Silvae Genetica. Die Liste seiner Veröffentlichungen umfasst über 90 Arbeiten.

Nach 31 Jahren Institutszugehörigkeit ging Melchior 1988 in den Ruhestand. Nach seiner Pensionierung war er noch als Berater in Südamerika tätig und widmete sich anschließend seinem Hobby, der Heimatforschung.

Mirko Liesebach

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