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Dr. Fritz-Helmut Evers †

Dr. Fritz-Helmut Evers †

Am 26.10.2011 ist der langjährige Leiter der Abteilung Botanik und Standortskunde der FVA Baden-Württemberg, Ltd. Forstdirektor a.D. Dr. Fritz-Helmut Evers, in seinem 85. Lebensjahr in Stuttgart verstorben.
Evers studierte nach Ende des zweiten Weltkrieges zunächst Naturwissenschaften, wandte sich dann aber den Forstwissenschaften zu. 1954 schloss er das forstwissenschaftliche Studium an der Universität Freiburg ab. Nach der Referendarzeit in der baden-württembergischen Landesforstverwaltung und der Großen Forstlichen Staatsprüfung 1957 kam er zur Abteilung Bodenkunde der FVA in Stuttgart-Weilimdorf. 1962 folgte die Promotion an der Universität Freiburg. 1964 wurde Evers zum Leiter der Sektion Pflanzenernährung und Düngung in der Abteilung Botanik und Standortskunde ernannt; 1974 wurde ihm die Abteilungsleitung übertragen.
Evers war ein „Forstökologe“ im besten Sinne und er hat wesentlich zur überregional anerkannten wissenschaftlichen Reputation der Außenstelle der FVA Baden-Württemberg in Stuttgart-Weilimdorf beigetragen. Schon früh betrieb Evers den Ausbau des chemischen und forstökologischen Labors. Der Fasanengarten war dadurch beim Hereinbrechen der „Neuartigen Waldschäden“ Anfang der 80er-Jahre bestens gerüstet, langfristige Monitoring-System zu etablieren.
Die hohe integrative Forschungsleistung von Evers wurde 1981 durch die Verleihung des vom Verlag Paul Parey gestifteten „Franz-von-Baur-Preises“ gewürdigt. Die Erhaltung einer Nachhaltigkeit der Standortspotenziale sah er als große Herausforderung der forstökologischen Forschung an. Er entwickelte ein genauso einfaches wie geniales Verfahren der Gewinnung von Waldbodenproben, um bodenchemische Begrenzungen des Baumwachstums quantifizieren zu können.
Wenige Jahre vor dem gesetzlichen Ruhestand musste Evers seinen geliebten Fasanengarten verlassen und in die neue FVA an der Wonnhalde in Freiburg umziehen (1986). Durch die räumliche Nähe zur Uni Freiburg konnte er einen Lehrauftrag für Waldernährung an der Forstwissenschaftlichen Fakultät annehmen. Nach seiner Pensionierung bezog er wieder Quartier im Fasanengarten und wertete die Daten des Edelmannshof-Projektes aus.
Vor ca. 1 1/2 Jahren bin ich Fritz-Helmut Evers zum letzten Mal bei einem FVA-Workshop begegnet. Er war gezeichnet von schwerer Krankheit, aber ungebrochen. Mit dem ihm eigenen, feinen Humor hat er sein Schicksal angenommen. Wenn ich zurückdenke an unsere abendlichen Gespräche im Fasanengarten über Gott und die Welt, empfinde ich schmerzlich, dass es meinen ehemaligen Chef, Mentor und Kollegen Fritz-Helmut Evers nicht mehr gibt. Ich spreche seiner Frau, seinem Sohn und seinem Enkel mein aufrichtiges Beileid aus.
 
Prof. Dr. E. E. Hildebrand

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