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Dr. Franz-Lambert Eisele in Ruhestand verabschiedet

Dr. Franz-Lambert Eisele in Ruhestand verabschiedet

Am 24.1.2011 wurde mit Dr. Franz-Lambert Eisele der zurzeit dienstälteste Landesforstchef in Deutschland in den Ruhestand verabschiedet. Fast 20 Jahre hat er an der Spitze der Landesforstverwaltung des Landes Nord­rhein-Westfalen deren Geschicke geleitet und als Gruppenleiter und später als stellv. Abteilungsleiter im MELF, MURL, MUNLV und MKUNLV den Ministern loyal und kompetent zugearbeitet und Entscheidungen vorbereitet.
Innovationsbereitschaft ist eine Charaktereigenschaft, die Dr. Eiseles 39-jähriges berufliches Handeln bestimmt hat, so Minister Johannes Remmel bei der Feierstunde. Begonnen habe dies mit seiner Promotion über Durchforstungsvarianten in Fichtenbeständen in Olpe. Aus Berichten von Weggefährten falle insbesondere sein Hang zur Mechanisierung, zur Elektrik und zur Hydraulik auf. Ölverschmierte Hände seien ein unverkennbares Merkmal seiner Person gewesen. Eigenhändig habe er neben seiner Promotion an der Entwicklung damals revolutionärer Kleinharvester im Sauerland mitgearbeitet und auch das Entastungsgerät „Stripper“ entwickelt. 1979 wurde Dr. Eisele Forstamtsleiter in Schmallenberg.
Durchforstungsstärken in bis dahin unbekannten Größenordnungen, zentrale Ausschreibungen von Rückearbeiten, der Einsatz von Mobilhackern oder neuartige Seilwindenverfahren hätten viele gestandene Mitarbeiter zum Staunen gebracht. 1985 wurde Dr. Eisele Referatsleiter für Holzvermarktung, Waldarbeit und Forsttechnik im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und 1991 mit 43 Jahren Landesforstchef. Bis heute habe er seine Leidenschaft für technische Innovationen nicht verloren: Beleg dafür seien eine im Vergleich zu allen anderen Landesforstverwaltungen führende DV-Ausstattung schon Mitte der 90er-Jahre, die Neuentwicklung der Funkwelle Forst, satellitengestützte Inventur- und Navigationsverfahren, der Schreitharvester und aktuell der Virtuelle Wald. Charakteristisch für alle diese und viele weitere Projekte sei das feine Gespür Dr. Eiseles für beginnende Trends.
Die Neuorganisation der Landesforstverwaltung wurde zum zweiten bestimmenden Arbeitsfeld. „Die Landesforstverwaltung mit dem heutigen Landesbetrieb Wald und Holz als Sonderordnungsbehörde und als Einheitsforstverwaltung über diesen Zeitraum hinweg in führender Position erhalten zu haben, ist Dr. Eiseles großes Verdienst,“ so Remmel.
Als dritten Arbeitsschwerpunkt seines Arbeitslebens führte der Minister den Orkan „Kyrill“ an. Die Organisation der Aufarbeitung, die Bereitstellung von Finanzmitteln und ein Wiederaufforstungsprogramm mit einer Verwaltung durchzuführen, die in einer schwierigen Organisationsänderung steckte, sei vorbildlich gewesen.
bge

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