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Dr. Dr. h. c. Max Scheifele †

Dr. Dr. h. c. Max Scheifele †

Am 9. Oktober ist Landesforstpräsident a. D. Dr. Dr. h. c. Max Scheifele im Alter von 92 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben. Mit Dr. Max Scheifele, Landesforstpräsident von 1974 bis 1985, verlieren wir und die Forstwirtschaft eine der bedeutendsten forstlichen Persönlichkeiten Baden-Württembergs. Sein Wirken hat die Forstverwaltung und den Wald in Baden-Württemberg maßgeblich geprägt. Sein hohes fachliches Können, seine Tatkraft, sein Auftreten und seine Geradlinigkeit wurden sehr geschätzt“, sagte Landesforstpräsident Max Reger.Ein Schwerpunkt seiner Zeit als Landesforstpräsident war die Neuordnung des Forstrechts und der Forstorganisation. Weitere Schwerpunkte waren die betriebswirtschaftliche Orientierung im Forstbetrieb, die Optimierung der Holzvermarktung, die Waldbauplanung mit richtungsweisenden regionalen Waldbaurichtlinien sowie die Entwicklung waldverträglicher Schalenwildbestände. Für seine Verdienste zur Modernisierung der Forstwirtschaft und eine naturgemäße Waldwirtschaft erhielt er von der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München 1987 die Karl-Gayer-Medaille.Sehr wichtig waren Dr. Scheifele auch Fragen des Führungsstils in öffentlichen Verwaltungen. Dies dokumentieren zahlreiche Aufsätze und die bereits 1974 herausgegebenen „Leitlinien für die Zusammenarbeit und Führung in der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg“. Dabei betonte er die Bedeutung eines kooperativen Führungsstils, der geprägt ist von Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein, selbstständigem Denken und Handeln sowie steter Kommunikationsbereitschaft.Als Chef der Landesforstverwaltung war Scheifele stets ein Mann der Tat, einer der mit Zivilcourage Probleme anpackt und sie zu lösen sucht. Daneben stammen von Dr. Scheifele eine Vielzahl von Veröffentlichungen. Vor allem in den 1980er-Jahren hat er in zahlreichen Aufsätzen, Vorträgen und bei Interviews auf die bedrohliche Situation der Wälder hingewiesen und verstärkte Maßnahmen zur Luftreinhaltung gefordert.Auch im Ruhestand widmete sich Scheifele weiter der Schriftstellerei. Neben vielen Aufsätzen ragen besonders seine Buchveröffentlichungen zur Forstgeschichte heraus. Für sein Werk „Als die Wälder auf Reisen gingen. Wald, Holz, Flößerei in der Wirtschaftsgeschichte des Enz-Nagold-Gebiets“ erhielt er 1996 den Baden-Württembergischen Landespreis für Heimatforschung. Ebenfalls 1996 verlieh ihm die Forstwissenschaftliche Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg die Ehrendoktorwürde für seine forsthistorischen Untersuchungen.Wir stehen mit Dankbarkeit und Respekt vor seiner eindrucksvollen Lebensleistung und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Max Reger

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