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Trend zum Bioenergiedorf ungebrochen

Trend zum Bioenergiedorf ungebrochen

Als Antwort auf steigende Energiepreise versorgen sich Kommunen zunehmend eigenständig mit Strom und Wärme. Während es im Jahr 2010 etwa 160 Kommunen gab, die sich teils partiell, teils vollständig selbst versorgten, waren es zu Beginn des Jahres 2013 bereits rund 240. Bis zum Jahr 2020 wird sich diese Zahl noch einmal nahezu verdoppeln.
Die aktuell erstellte Studie Energieautarke Kommunen und Bioenergiedörfer von trend:research zeigt u. a., durch welche Einflussfaktoren und in welchem Ausmaß die Entwicklung vorangetrieben wird.

Die im Rahmen der Studie befragten rund 30 Kommunen sehen als wesentliche Treiber für die Umwandlung der kommunalen Energieversorgung die staatliche Förderung (23 %), die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen (14 %) und die Unterstützung durch die Bevölkerung. Dem gegenüber stehen als Hemmnisse eine fehlende Akzeptanz (18 %), politische Unsicherheiten (z.B. die anstehende EEG-Novelle) sowie Schwierigkeiten bei der Finanzierung und der Planung (je 15 %).

Die meisten energie-autarken Kommunen und Bioenergiedörfer bestehen aktuell in Bayern und Baden-Württemberg (jeweils über 50). Auch in Niedersachen und Hessen haben mit jeweils knapp 30 bereits viele Kommunen ihre Energieversorgung grundlegend geändert.
 
Die Gründe für diese regional ungleiche Entwicklung liegen primär in den Förderprogrammen, die auf Landesebene unterschiedlich stark ausgeprägt sind, sowie im Engagement einzelner Akteure. Betrachtet man die regionale Verteilung jedoch nach der installierten elektrischen Leistung aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen in den Kommunen stellt sich das Bild anders dar: Zwar liegt Nordrhein-Westfalen nach Anzahl der Kommunen nur an fünfter Stelle, verfügt jedoch mit rund 950 MW über die höchste installierte Leistung, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit rund 800 MW. Dieser Trend wird sich auch im Zeitraum bis 2020 fortsetzen: Die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern werden die meisten Kommunen mit Eigenversorgung zu verzeichnen haben (je rund 100), bei der installierten Leistung bleiben sie jedoch hinter Nordrhein-Westfalen zurück.
 
Trotz der sehr geringen installierten Leistung aus Biomasse macht diese Erzeugungsform ein Viertel der Stromerzeugung in energieautarken Kommunen und Bioenergiedörfern aus, ein weiteres Viertel die Photovoltaik, rund 40 % die Windenergie und knapp 10 % die Wasserkraft. Die Vorteile der Erzeugung aus Biomasse liegen in der hohen Volllaststundenzahl der Anlagen und in der Regelbarkeit der Energiegewinnung, im Vergleich zur Teils stark fluktuierenden Erzeugung aus Wind- oder Sonnenenergie.
 
Weitere Informationen über diese Studie (2. Auflage) bei der trend:research GmbH
trend:research Institut für Trend- und Marktforschung

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