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DIW zur Entwicklung der Wirtschaft 2012

Nachdem die deutsche Wirtschaft 2011 noch um kräftige 3 % gewachsen ist, sind die Aussichten für 2012 durch die Krise im Euroraum überschattet. Dadurch wird der Aufschwung auch in Deutschland kurzzeitig unterbrochen, erwarten die Konjunktur-Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in ihrer aktuellen Prognose.

Vor allem zum Jahresbeginn 2012 dürfte die deutsche Wirtschaft sogar leicht schrumpfen, für das Gesamtjahr 2012 ist nach Einschätzung des DIW Berlin nur mit einem Wachstum von 0,6 % zu rechnen. „Dank des ab dem Sommer diesen Jahres einsetzenden Aufholwachstums rechnen wir für 2013 aber wieder mit einem Wachstum von 2,2 Prozent“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Dauert die Krise im Euroraum aber länger an, droht nach Einschätzung des DIW Berlin eine Negativ-Spirale aus steigender Arbeitslosigkeit und fallender Nachfrage. Nach Einschätzung des DIW Berlin könnte es in einem solchen Fall zu einer spürbaren Rezession in Deutschland kommen.

Die Weltwirtschaft dürfte zunächst deutlich geringer wachsen als in den vergangenen Jahren. Mit knapp 4 % im Jahr 2012 und im Jahr 2013 bleiben die Raten zwar relativ hoch. Das sei aber vor allem den weiterhin stark wachsenden Schwellenländern zu verdanken. In den Industrieländern seien vielfach nur geringe Wachstumsraten zu erwarten.

Vor allem im Euroraum schlägt sich die aus der hohen Verschuldung resultierende Vertrauenskrise in einem schwachen Wachstum nieder. Gleichzeitig dürfte die Auslandsnachfrage schwächer ausfallen als in den letzten beiden Jahren. Für dieses Jahr prognostiziert das DIW Berlin einen leichten Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts des Euroraums. 2013 sollte die Wirtschaftsleistung dann mit gut 1 % wieder etwas anziehen. Voraussetzung ist, dass die Politik die Krise in den Griff bekommt.

DIW Berlin

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