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NABU Dinosaurier des Jahres 2017

2015 stand mit dem Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) Philipp zu Guttenberg (NABU 2015: „… vertritt und verbreitet eine anachronistische Sicht des Waldes …“) die Forstwirtschaft, in diesem Jahr bereits seit Januar erklärtermaßen die Landwirtschaft im Schussfeld des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Zum Abschluss diesjähriger Kampagnen hat der NABU seinen Negativ-Preis „Dinosaurier des Jahres“ an Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) verliehen. 

In der Medienmitteilung des NABU vom 28. Dezember 2017 zum Dinosaurier des Jahres heißt es „für rücksichtslose Blockade einer umweltfreundlicheren Agrarpolitik“.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke lässt sich zum Dinosaurier des Jahres zitieren:

Der DBV-Präsident streitet die Hauptverantwortung der industriellen Landwirtschaft für das Artensterben ab, verteidigt ein Subventionssystem, das nachweislich zulasten von Natur, Landwirten und Steuerzahlern geht und bekämpft regelmäßig alle Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz der Agrarpolitik. Neben seiner Funktion beim DBV ist Rukwied auch Chef des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg und Präsident des europäischen Agrarverbandes COPA. „Die Öffentlichkeit ist erschüttert über die erneute Zulassung für Glyphosat, über zu viel Nitrat im Grundwasser und das drastische Insekten- und Vogelsterben – doch Herr Rukwied hält unbeirrt an seiner Linie fest, das System der Agrarpolitik mit milliardenschweren Blankoschecks vom Steuerzahler ohne Wenn und Aber zu verteidigen“, lässt sich NABU-Präsident Olaf Tschimpke zitieren. So setze Rukwied auch die Zukunft vieler Bäuerinnen und Bauern aufs Spiel: Denn schwinde die gesellschaftliche Akzeptanz für die Landwirtschaft, versiege langfristig auch die Förderung aus der Staatskasse. Die von Rukwied vehement verteidigten Pauschalsubventionen pro Fläche seien zudem nachweislich kein geeignetes Mittel, um das Höfe-Sterben aufzuhalten. „Wir verlangen das Ende der Blockadehaltung von der DBV-Spitze. Ich fordere Herrn Rukwied ausdrücklich zum Gespräch und Austausch auf“, so der NABU-Präsident.

Statement von Joachim Rukwied,

Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), zur Auszeichnung des NABU: „Der NABU hat mit seinem alljährlichen Ritual bereits eine Reihe verdienter Persönlichkeiten ausgezeichnet. Ich freue mich über diesen Preis unter anderem deshalb, weil sie von vielen Berufskollegen und Mitgliedern als Auszeichnung verstanden wird. Wir Landwirte jedenfalls stehen zu unserer Verantwortung für Umwelt und Artenvielfalt. Als DBV entwickeln wir praxistaugliche Lösungen in einer Reihe von Projekten.“

Red., Quellen: NABU, DBV

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