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Ab dem Frühlingssemester 2021 gibt es an der Berner Forsthochschule einen neuen Studienschwerpunkt „Forest Engineering“, der neue Technologien und Waldmanagement vereinbart.

Digitalisierung im Wald: Neuer Schwerpunkt der Hochschule Bern

Der neue Studienschwerpunkt «Forest Engineering» beim Master in Life Science in Waldwissenschaften der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) ist europaweit einzigartig. Er gibt Studierenden  ab dem Frühlingssemester 2021 das nötige Rüstzeug, um die zunehmenden Herausforderungen an der Schnittstelle von neuen Technologien und Waldmanagement zu bewältigen.

Das Ziel des Studienschwerpunktes

Der Wald und dessen Bewirtschaftung unterstehen großen Veränderungen. Der Klimawandel, aber auch die immer größeren Ansprüche der Gesellschaft an den Wald stellen Forstbetriebe vor große Hürden. Der neue Major «Forest Engineering» zielt darauf ab, Fachleute mit den nötigen Methoden- und Führungskompetenzen auszurüsten. So kann die digitale Transformation in der Waldbranche vorangetrieben werden. Außerdem werden zukunftsgerichtete Lösungen auf aktuelle Herausforderungen an der Schnittstelle von Digitalisierung und Waldmanagement erschlossen. Die Digitalisierung und neue Technologien eröffnen vielseitige Möglichkeiten, um die verschiedenen Waldfunktionen (Holzproduktion, Schutz vor Naturgefahren, Biodiversität, Erholung) vor diesem Hintergrund sicherzustellen. Während des Masterstudiums in Waldwissenschaften mit Studienschwerpunkt Forest Engineering erarbeiten sich die Studierenden Fachwissen im Spezialgebiet Ihrer Wahl. Sie werden zur Top-Spezialistinnen und Spezialisten in ihrem Bereich. Die Studierenden können sich rasch und selbständig in einem neuen Gebiet vertiefen und das erworbene Wissen erfolgreich in die Praxis übertragen. Dazu erhalten sie im Studium eine breite Palette an Methoden- und Führungskompetenzen und sind in der Lage, wissenschaftlich fundiert in multidisziplinären Teams mitzuwirken.

Inhalt und Aufbau des Studiums

Der Fokus des Majors liegt auf der Vermittlung von Methoden und Fachwissen rund um die Anwendung neuer (digitaler) Technologien im Wald sowie in der Entwicklung und Planung von ländlichem Raum. Die Studierenden verschaffen sich einen Überblick über neue Technologien und erstellen Modelle und Simulationen in den Bereichen Wald und Holz sowie Naturgefahren.

Die Studierenden lernen, wie sie große Datenmengen verarbeiten, analysieren, visualisieren und kritisch hinterfragen können. Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Arbeitsprozesse in Forstbetrieben und der Verwaltung aus? Und wie können zum Beispiel neue Tools und Methoden angewandt werden, um politisch-administrative Strukturen und deren Auswirkung auf den Arbeitsalltag zu verbessern?

In den major-spezifischen Modulen werden folgende Methoden erworben:

  • Monitoring im Waldbereich
  • Modellierung und Simulation
  • Digitale Transformation und Industrie 4.0
  • Governance im Umwelt- und Waldbereich
  • Landschaftsentwicklung und -planung
Foto: M. Kaufmann, Ebikon/ BFH-HAFL

Abb.:  Die Digitalisierung und neue Technologien eröffnen vielseitige Möglichkeiten, um die verschiedenen Waldfunktionen wie Holzproduktion sicherzustellen.

Theorie und Praxis werden verknüpft

Der Aufbau der Module ermöglicht die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Im Methodenteil wird das nötige Werkzeug vermittelt, welches in einem frei wählbaren Projektteil angewandt wird. Bei der Anwendung der Methoden sowie der Masterarbeit können sich die Studierenden in den vier Kernbereichen vertiefen, nämlich: Waldökosystemmanagement, technische Produktion, Waldökologie und Naturgefahrenmanagement. Dies ermöglicht die individuelle Spezialisierung im Interessengebiet nach Wahl. Die erarbeiteten Lösungsansätze berücksichtigen Wechselwirkungen zwischen Natur, Technik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Ansprüchen zur nachhaltigen Sicherstellung der verschiedenen Waldfunktionen (Holzproduktion, Schutz, Biodiversität und Erholung). Grundlegende Module in den Bereichen Daten- und Businessmanagement sowie Wahlmodule, wie zum Beispiel das Management von natürlichen Ressourcen und Klimawandel, runden das Profil der Absolvierenden als kompetente Führungskräfte ab. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Das Studium bietet viel Flexibilität: Es kann in Voll- oder Teilzeit absolviert werden. Die Masterarbeit kann mit der Erwerbstätigkeit kombiniert werden oder in Zusammenarbeit mit einem Praxispartner durchgeführt werden.

Berufsaussichten

Mit den fundierten Kenntnissen in den neuen Technologien bringen die Absolvierenden des Majors «Forest Engineering» Kompetenzen in die Waldbranche, die es – in Kombination mit einer klassischen Waldausbildung – bisher noch kaum gibt. In der Waldbranche zeichnete sich ab, dass die Digitalisierung und neue Technologien immer wichtiger werden, um in Zeiten des Klimawandels und in Hinblick auf immer grössere gesellschaftliche Ansprüche an den Wald die verschiedenen Waldfunktionen sicherzustellen. Daher wurde auch dieser neue Studienschwerpunkt geschaffen. Neue Technologien bieten hier ein enormes Potential, es braucht aber auch neue Kompetenzen, um diese in der Branche zu verankern. Hier setzt der neue Studienschwerpunkt an und vermittelt Methoden- und Führungskompetenzen, um die Branche im digitalen Fortschritt zu unterstützen.

Sie können aktuellen Herausforderungen im Wald- und Naturgefahrenmanagement mit zukunftsweisenden Lösungen begegnen. Das Studium rüstet sie für Kaderfunktionen in der Waldbranche. Gute Jobaussichten bestehen in größeren nationalen und internationalen Forstbetrieben, Forst-Verwaltungen, Ingenieurbüros (Planung, Technologien und Naturgefahren) sowie auch Nichtregierungsorganisationen (NGOs).

Zulassungsbestimmungen

Studierende mit einem Bachelor einer Fachhochschule in Waldwissenschaften, Forstwirtschaft, Umweltingenieurwesen, Agronomie, Geografie, Landschaftsarchitektur oder Naturmanagement sind zum Master zugelassen. Bachelorabsolvierende einer Universität können mit einem relevanten Praktikum von mindestens einem halben Jahr zugelassen werden. Momentan gibt es noch keine Anmeldungen, da der Studienschwerpunkt gerade neu aufgeschaltet wurde. Durchgeführt wird er zum ersten Mal im Frühjahr 2021. Es gibt jedoch bereits einige Interessierte in den Reihen der Bachelorstudierenden der HAFL.

Foto: BFH-HAFL

Abb.: Modulübersicht Forest Engineering

 

Mehr zur Hochschule und den Studienangeboten gibt es hier. 

Quelle: HAFL

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