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Eine typische Braunerde in einem Versuchsbestand in Bayern. Wie lässt sich die aktuelle Bodenfeuchte auch für solche Waldböden bestimmen?
Eine typische Braunerde in einem Versuchsbestand in Bayern. Wie lässt sich die aktuelle Bodenfeuchte auch für solche Waldböden bestimmen?

Die Wasserversorgung von Wäldern im Klimawandel

18. August 2023
Der Faktor Wasser spielt vor dem Hintergrund des menschengemachten Klimawandels eine immer größere Rolle. Wie entwickelt sich der Wasserhaushalt unserer Wälder in Zukunft? Ein aktuelles Forschungsprojekt liefert Antworten.
Die Klimaentwicklung der letzten Jahre hat mehr als deutlich gemacht, dass wir in Zukunft immer häufiger mit lang anhaltenden Dürrephasen und damit verbundener Trockenheit auch in unseren Wäldern rechnen müssen. Der Faktor Wasser wird damit immer mehr zum limitierenden Faktor und zu einer wichtigen Kenngröße für den Waldumbau. Welche Baumarten kommen mit dem eingeschränkten Wasserangebot zurecht? Welche Standorte im Wald sind ausreichend mit Wasser versorgt, auf welchen Böden wird die Wasserversorgung zum Problem? Solche Fragestellungen hat die forstliche Standortkartierung bislang nur am Rande gestreift.
Um Veränderungen beim Wasserhaushalt an Waldstandorten unter Berücksichtigung der Klimaerwärmung und den Einfluss verschiedener Baumarten darzustellen, hat ein Forschungsverbund jetzt Wege aufgezeigt, die Wasserhaushaltsansprache dynamisch mit einem Wasserhaushaltsmodell zu berechnen. Das Vorhaben wurde aus dem Waldklimafonds der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert.

Den Wasserhaushalt von Wäldern dynamisch abbilden

Ein Forschungsverbund unter der Leitung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hat in dem Forschungsprojekt das Modell LWF-Brook90 derart verbessert, dass sich der Wasserhaushalt für Waldstandorte nun räumlich hochaufgelöst und dynamisch hinsichtlich des Klimawandels abbilden lässt. Bislang wurde der Wasserhaushalt in der Standortkartierung nur statisch eingeschätzt.
Die Bayern, die bei der umfangreichen Modellierung intensiv mit der Nordwestdeutschen Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA), der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und der Abteilung Physische Geographie der Uni Hamburg zusammenarbeiteten, bezogen ein breites Spektrum an Parametern in das Modell mit ein: angefangen von der täglichen Niederschlagsverteilung und -menge bis hin zu den Bodeneigenschaften und den entsprechenden pflanzenverfügbaren Wassermengen. Durch die Einbeziehung der unterschiedlichen Durchwurzelungstiefen, Blattleitfähigkeiten, Verdunstungs- und Abflussraten der wichtigsten Nadel- und Laubbäume und deren Blatt- und Stammflächenindizes wurde auch der Einfluss der Baumarten auf den Wasserhaushalt berücksichtigt. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) hervor.

Anwendbar auf alle Waldstandorte

Tests des neuen Modells mit den unterschiedlichen Standortsdaten der beteiligten Projektpartner und an Intensivmessflächen in Bayern ergaben demnach, dass nun nicht nur die flächendeckende Modellierung des Wasserhaushalts an allen Waldstandorten möglich ist, sondern mithilfe regionaler Witterungsvorhersagen auch eine kurzfristige Darstellung der jeweils aktuellen Bodenfeuchte. Eine weitere Option besteht in der Weiterentwicklung zu baumartenspezifischen Wasserhaushaltsmodellierungs-Instrumenten zur länderübergreifenden Nutzung in Standortkartierungsprogrammen.

Forschungsbericht für Ende August angekündigt

Neben den vorliegenden Abschlussberichten wird nach FNR-Angaben Ende August im Forstlichen Forschungsbericht München Nr. 224 eine weitere detaillierte Zusammenfassung erscheinen. Diese kann über den Förderverein Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan e. V. (info@foerderverein-forstzentrum.de) bestellt werden.

Weiterführende Links:

Weitere Veröffentlichungen dazu finden sich u. a. auch in AFZ-DerWald:

Vertiefende Infos zu den Teilprojekten finden sich auf der Webseite der FNR.

Mit Material der FNR