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„Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde“ ausgezeichnet

Die „Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde“ wurde am 22. August als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Beweidung mit Rindern und Pferden trägt dazu bei, dass auf ehemaligen Rieselfeldern am Rande von Berlin eine ökologisch wertvolle Waldweidelandschaft entsteht.

Jörg Vogelsänger, brandenburgischer Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, und Regine Günther, Berliner Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz übergaben eine Urkunde und die Auszeichnungstrophäe „Vielfalt-Baum“ an Vertreter des Naturparks Barnim und der Berliner Forsten. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, welchen Beitrag eine nachhaltige Beweidung mit großen Weidetieren zur Entwicklung der Rieselfelder und des angrenzenden Hochwalds um Hobrechtsfelde im Norden Berlins hin zu einer ökologisch wertvollen halboffenen Waldweidelandschaft leisten kann.

Unterstützung des Waldumbaus

Das Projekt begann 2014 als Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben des Fördervereins Naturpark Barnim und wird seit 2015 durch die Berliner Forsten in Kooperation mit dem Naturpark Barnim fortgeführt. Die Weidetiere tragen mit ihrem Fressverhalten dazu bei, unerwünschte Neophyten, z.B. die spätblühende Traubenkirsche, zurückzudrängen und Platz für heimische Baumarten wie die Eiche zu schaffen. Auf diese Weise unterstützen die Tiere den Waldumbau hin zu einem naturnahen und artenreichen Laubmischwald.

Besucher können die großräumig eingezäunten Weiden betreten und die Tiere aus der Nähe beobachten. Als „natürliche Landschaftsgestalter“ kommen 40 Pferde und 160 Rinder zum Einsatz. Dabei setzt man ganz bewusst auf robuste Arten wie Uckermärker, Schottische Hochlandrinder, englische Parkrinder und Konik-Ponys.

Eines der größten Waldweideprojekte Deutschlands

Der Hobrechtswald gehört zu den größten Waldweideprojekten in Deutschland. Die früher typischen halboffenen Waldlandschaften sind im Zuge der Industrialisierung weitgehend verdrängt worden. Der Rückgang dieses für die biologische Vielfalt wichtigen Landschaftstyps hat dazu beigetragen, dass zahlreiche Arten der Halboffenlandschaft heute auf der Roten Listen stehen.

Mit dem Projekt „Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde“ wird dieser Landschaftstyp – auch als stadtnaher Erholungsraum – in unmittelbarer Nähe Berlins wiederbelebt. Naturschutz, Forstwirtschaft und Naherholung arbeiten eng zusammen und das mit Erfolg: So konnten allein 107 Brutvogelarten im Projektgebiet nachgewiesen werden. Darunter auch gefährdete Arten wie Braunkehlchen und Zwergdommel.

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 bis 2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.

In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.

Bewerben können sich Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade.

UN-Dekade Biologische Vielfalt

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