Ausbildung

Die Rotbuche im Klimawandel

Bearbeitet von Martin Steinfath

Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat den Wäldern in weiten Teilen Mitteleuropas stark zugesetzt. Auch dem deutschen Wald geht es schlecht wie nie. Sogar die bislang als robust angesehene Baumart Rotbuche leidet massiv und stirbt regional ab. Eine Gruppe von Studierenden aus Tharandt und den Niederlanden informierte sich in Thüringen, welche Rolle die Buche in Zukunft im vom Klimawandel betroffenen Wald spielen kann.

40 B.Sc. Forst-Studierenden der TU Dresden (Tharandt) und der niederländischen Wageningen Universität unternahmen eine gemeinsame 3-tägigen Exkursion nach Thüringen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Wald der Zukunft aussehen soll und insbesondere, welche Rolle die Rotbuche in Zukunftswäldern spielen kann. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Forstwirtschaft, Industrie, Forschung sowie dem Naturschutz wurden aktuelle Themen vor Ort diskutiert. Besucht wurden vitale und geschädigte Buchenwälder jeweils im nicht-bewirtschafteten Nationalpark Hainich, sowie im angrenzenden, plenterwaldartig bewirtschaftetem Forstamt Hainich-Werratal. Einflüsse von Bestandsstruktur, -alter und Bewirtschaftung auf Trockenstressreaktionen der Buche, die in Vorlesungen gelehrt werden, konnten hier im direktem Vergleich anschaulich thematisiert werden. Eine zentrale Rolle spielten die Buchenbestände im Klimawandel.

CO2-Austausch von Buchenwäldern

Als weiterer Exkursionspunkt stand die Forschungsfläche bei Leinefelde auf dem Plan, wo mit Hilfe der sogenannten „Eddy-Kovarianz-Methode“ der Kohlendioxidaustausch eines Buchenwaldes untersucht wird. Die Messungen liefern wertvolle Einblicke, wie kürzliche Trockenperioden sich auf die Kohlenstoffbilanz der Rotbuche ausgewirkt haben. Am letzten Tag wurde das Buchensäge- und Furnierwerk der Firma Pollmeier in Creuzburg besucht. Die Firma, welche als Pionier beim Einsatz von Buche als Baustoff aus heimischen Wäldern gilt, beschäftigt die Frage nach der Zukunft der Buche gleichermaßen, wie die Studierenden.

Organisiert wurde die Exkursion von Dr. Ernst van der Maaten und Prof. Dr. Marieke van der Maaten-Theunissen (TU Dresden) sowie Prof. Dr. Ute Sass-Klaassen, Prof. Dr. Frits Mohren und Dr. Jan den Ouden (Wageningen Universität). Die Exkursion, welche maßgeblich von der Eva Mayr-Stihl-Stiftung finanziell unterstützt wurde, erlaubte allen Beteiligten spannende und interessante Einblicke und neue Denkanstöße.

Text: Julia Rosam, Ernst van der Maaten