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Der Waldbauernverband Brandenburg erwartet angesichts der Katastrophe, dass in naher Zukunft zusätzliche Hilfsgelder für die Waldeigentümer fließen.

Die meisten Probleme haben Klein- und Kleinstprivatwaldbetriebe

Der Wald hat im Klimawandel wirklich Stress bekommen. Durch eine unglückliche Abfolge von witterungsbedingten Schadereignissen – erst zu viel Regen mit aufgeweichten Böden 2017, dann Stürme 2017 und 2018, und schließlich die langanhaltende Dürre der Jahre 2018 und 2019. Die meisten Probleme haben die bäuerlichen Klein- und Kleinstprivatwaldbetriebe, so der Waldbauernverband Brandenburg: Wald im Klimawandel – Hilferufe nach Berlin

Zum Bruchholz gesellten sich inzwischen Trockenschäden sowie Waldbrandfolgen und schließlich extremer Schädlingsbefall, dessen Ausmaß noch weiter anwachsen wird und der schon jetzt den Rohholzmarkt extrem negativ beeinflusst.

Waldumbau schon seit Jahrzehnten, aber …

Vor diesem Hintergrund sind Hilferufe besonders betroffener Forstbetriebe und Waldbesitzer, die existenziell gefährdet sind, überaus verständlich und nachvollziehbar. Zu alledem kommt: Waldwirtschaft wie bisher wird den Anforderungen in Zukunft nicht gerecht. Der Waldumbau zu naturnahen Mischwäldern wird zwar von etlichen Waldbäuerinnen und Waldbauern, Försterinnen und Förstern schon seit Jahrzehnten betrieben, weil die Berufs- bzw. Familienehre es gebietet über Generationen zu handeln.

… es gibt nach wie vor Hemmnisse für diese Initiativen.

Die meisten Probleme haben die bäuerlichen Klein- und Kleinstprivatwaldbetriebe. Das sind in Deutschland immerhin über 1,5 Millionen und sie bewirtschaften ein Drittel der 11 Millionen Hektar Wald. Dabei spielen die strukturellen Nachteile der Kleinteiligkeit, wie sie in Brandenburg und auch anderswo anzutreffen sind, eine wichtige Rolle und ebenso die staatlichen Forststrukturen der Offizialverwaltung.

Schwierig gestaltet sich in vielen Bundesländern der Weg zur Stärkung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse (FWZ) als Selbsthilfe- und Dienstleistungseinrichtungen in den ländlichen Räumen.

Eine direkte Förderung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse mit eigenem qualifiziertem Forstpersonal sollte endgültig auf der (forst)politischen Tagesordnung stehen. Mit tatsächlich attraktiven, kostendeckenden Zuschüssen zum klimapolitisch erforderlichen Waldumbau. Die Reformen der Landesforstverwaltungen sind überfällig, um forstfachliche Beratung und Anleitung der Waldbesitzer/innen ausreichend und neutral zur Verfügung zu stellen.

Der Waldbauernverband Brandenburg erwartet daher, dass in naher Zukunft zusätzliche Hilfsgelder fließen. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und bäuerliche Betriebe sind dafür eine wichtige Zielgruppe.

Waldbauernverband Brandenburg/Red.

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