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Welchen Stellenwert nimmt die Holzwirtschaft künftig im Bundestag ein?

Die Holzwirtschaft im Koalitionsvertrag

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) begrüßt den im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD eingeschlagen Weg, die Holzverwendung weiter zu stärken, mahnt jedoch auch die notwendige, noch stärker ganzheitliche Betrachtung der Gebäudebilanzierung an.

DHWR-Geschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge erklärte: „Mit dem heute beschlossenen Entwurf des Koalitionsvertrags werden zahlreiche Maßnahmen angekündigt, die der DHWR in den letzten Wochen und Monaten in die Politik getragen hat. Uns ist wichtig, dass sich die Koalitionäre zur multinationalen Forstwirtschaft als wichtige Landnutzungsform bekennen und der Dialogprozess ‚Charta für Holz 2.0‘ zur Konkretisierung von Klimaschutzmaßnahmen durch die Holzverwendung fortgeführt wird.“

Eine dieser Maßnahmen ist die vermehrte Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz im Bauwesen. Die Koalitionäre setzen in ihrem Vertrag mit einer stärkeren Harmonisierung des Bauordnungsrechts und dem seriellen und modularen Bauen genau auf die von der Holzwirtschaft vorgeschlagenen Maßnahmen, um das Bauen mit Holz voranzubringen.

Was aus Sicht des DHWR im Koalitionsvertrag fehlt

Bei der Unterstützung ländlicher Räume setzt der Vertrag zu Recht Akzente bei den Themen Infrastruktur, Mobilitätsangebote sowie Breitband- und Mobilfunkausbau. „So begrüßen wir ausdrücklich, dass die Digitalisierung des Planens und Bauens in der gesamten Wertschöpfungskette Bau vorangetrieben und dabei die Interessen des Mittelstands berücksichtigt werden sollen. Insbesondere die Weiterentwicklung des Building Information Modelling (BIM) ebnet der mittelständisch geprägten Holzwirtschaft den Weg in Richtung mehrgeschossiger Holzhausbau“, unterstrich Ohnesorge.

Eine Enttäuschung ist jedoch, dass die Klimaziele der Bundesrepublik für 2020 aufgegeben und das Land erst 2030 wieder die vollständige Erfüllung anstrebt. Hier werden die Leistungen von Forst- und Holzwirtschaft schlicht ignoriert. Würden beispielsweise im Gebäudesektor, der für einen Großteil des Energieeinsatzes in Deutschland und damit auch für die entsprechenden CO2-Emissionen verantwortlich ist, auch der Energiebedarf bei der Materialerstellung und -entsorgung mit bilanziert und dementsprechende Baumaterialentscheidungen getroffen, könnte der Holzbau einen deutlich höheren Beitrag zur CO2-Senkung leisten. Dies darf bei der angekündigten Zusammenführung zu einem modernen Gebäudeenergiegesetz auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Auch die angekündigte Prüfung einer Umstellung künftiger gesetzlicher Anforderungen auf die CO2-Emissionen ist etwas, dass der DHWR in Form eines CO2-Einsparungsgesetzes seit langem fordert.

Positiv bewertet der Dachverband die geplante Weiterentwicklung des erfolgreichen deutschen Modells der Kreislaufwirtschaft und Evaluierung und stärkere Nutzung relevanter Abfallströme wie zum Beispiel des Altholzes sowie den angestrebten Wandel zu einer auf erneuerbaren Ressourcen beruhenden Wirtschaft mithilfe der Bioökonomie.

Wald und Holz als Querschnittsthema gestärkt

„Wir die von den Koalitionären angestrebte Stärkung von Wald und Holz durch die Einrichtung eines entsprechenden Kompetenzzentrums im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft“, erläuterte der DHWR-Geschäftsführer. „Bei vielen Themen der Holzwirtschaft gibt es Schnittmengen zu und Verantwortlichkeiten in anderen Ressorts. Der DHWR erhofft sich damit auch eine verbesserte Abstimmung zu den Bereichen Bauen, Wirtschaft und Verkehr. Wichtig ist der Holzwirtschaft die mit Aktivitäten zum Klimaschutz in Aussicht gestellte Stärkung der Forst- und Holzforschung als ein Schwerpunkt der öffentlichen Forschungsförderung.“

DHWR

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