ForstBranche

Die FVA feiert 150 Jahre Forschung um den Wald

Bearbeitet von Carolin Föste

Waldforschung und forstliche Lehre gehören zusammen. So haben die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, coronabedingt zusammengelegt und ihre dreistelligen Geburtstage gemeinsam gefeiert.

Die FVA feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen, während die Uni Freiburg bereits vor zwei Jahren 100 Jahre forstliche Bildung hätte feiern können. Nun wurde gemeinsam nachgefeiert – präsentiert wurden die Erkenntnisse der Zusammenarbeit, diskutiert wurden die aktuellen Herausforderungen der forstlichen Forschung, Lehre sowie Praxis.

Forstliche (Aus-)Bildung in Baden-Württemberg

„Den Wäldern in Baden-Württemberg sieht man an, dass wir im Land auf profunde wissenschaftliche Grundlagen und eine hervorragende Ausbildung von Forstleuten zurückgreifen können: 150 Jahre Waldforschung an der FVA und 100 Jahre Forstwissenschaften und forstliche Ausbildung an der Universität Freiburg – beide Institutionen arbeiten eng zusammen, wenn es um die Zukunftsmodelle für die Wälder im Klimawandel geht“, sagt Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk. Er misst beiden Instituten eine hohe Bedeutung für das Bundesland bei.

„Dass die FVA auf langjährige Datenreihen aus vielen systematischen Waldbeobachtungen zurückgreifen kann, aktuell über 1.000 Versuchsflächen unterhält und mit ihren rund 360 Beschäftigten inzwischen alle Aspekte rund um den Wald – vom Boden über die Fauna, die Bäume bis hin zu den Menschen und deren Bedürfnissen – erforscht, schafft wichtige Grundlagen für die Herausforderungen, denen sich Wälder, die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer und die Politik gegenübersehen“, sagte Hauk bei der Geburtstagsfeier.

Traditionelle Nähe zwischen Waldforschung, -lehre und -praxis

Zu der Feierlichkeit kamen Forschende, Vertreterinnen und Vertreter aus den Verwaltungen sowie aus Forstbetrieben. Gemeinsam wurde darüber diskutiert, was in Zusammenarbeit bereits erreicht wurde und wie die Forstwirtschaft, forstliche Forschung und Lehre auf aktuelle Herausforderungen und gesellschaftliche Erwartungen in Zukunft reagieren können.

„Die richtige Standortwahl, langfristiges Denken und verantwortliche Pflege sind weltweit entscheidende Grundsätze bei der Nutzung und dem Schutz von Wäldern. Am Wachstum und den Erfolgen der FVA und der Forstwissenschaften an der Universität Freiburg kann man gut erkennen, dass diese Grundsätze offensichtlich auch für Wissenschaft, Forschung und Lehre selbst gelten“, sagt Prof. Dr. Heiner Schanz, Dekan der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Universität Freiburg.

FVA-Direktor Prof. Dr. Ulrich Schraml ergänzt: „Wir profitieren davon, dass wir in Freiburg ein attraktives Studienangebot mit vielfältigen Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der angewandten Forschung und dem Waldmonitoring der FVA wie auch der Grundlagenforschung der Universität kombinieren können. Die Nähe der FVA zu den Forstbetrieben und der Landespolitik gewährleistet, dass Forschung kein Selbstzweck, sondern immer auch Grundlage für Beratung und Weiterentwicklung des Waldmanagements ist.“

Der Weg zur modernen Forstwirtschaft

So wolle man weiterhin zukunftsorientiert forschen, lehren und Wissen in die Praxis vermitteln. „Moderne Forstwissenschaften sind interdisziplinär, indem sie über Disziplingrenzen hinweg denken, und sie sind transdisziplinär, indem sie Transformationsbewegungen in der Praxis mitgestalten“, ergänzt Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Ko-Sprecher des Instituts für Forstwissenschaften. „Die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen bietet den Freiburger Forstwissenschaften ein einzigartiges Umfeld für ihre interdisziplinäre Vernetzung; die FVA ist seit Jahrzehnten unser wichtigster Partner im Hinblick auf transdisziplinäre Fragestellungen.“ Freiburg habe sich so zu einem international sichtbaren forstwissenschaftlichen Standort entwickelt.

Quelle: FVA-BW