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Die Birke (im Vordergrund) kann Kahlflächen in relativ kurzer Zeit natürlich wiederbewalden. Im Schutz derartigen Birkenvorwälder können Waldbesitzer den klimagerechten Waldaufbau ggf. einfacher in Gang setzen.

Die Birke – Überflieger und Hoffnungsträger auf Kahlflächen

Die Birke (Betula pendula) gilt als die Pionierbaumart auf Kahlflächen, da sie nur geringe Ansprüche an Boden und Klima hat. Jüngste Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Birke Millionen von Samenkörnern verlässlich und homogen auf Kalamitätsflächen verteilt.

Forschungsergebnisse stellen fest, dass die Birke als Pionierbaumart überdurchschnittlich viele Samenkörner auf Kahflächen verteilt und somit wesentlich am Wiederaufbau von Waldflächen beteiligt ist. Selbst heimische, vermeintlich „ausgeforschte“ Baumarten können die Forstexperten überraschen und Waldbesitzer Hoffnung machen: Eine einzelne stattliche Birke produziert pro Jahr rund sechs Millionen Samenkörner, in Mastjahren noch mehr. Das Überraschende: Obwohl Birkensamen durch den Wind verbreitet wird, ergibt sich über den viermonatigen Zeitraum des Samenfluges eine nahezu kreisrunde Samenverteilung um jeden Mutterbaum. Unterschiedliche Windrichtungen und –geschwindigkeiten sorgen für diese harmonische geometrische Verteilung. Sehr unterschiedlich ist jedoch das Flugvermögen hangauf- bzw. abwärts. Dies ergab eine wissenschaftliche Untersuchung der TU-Dresden auf Versuchsflächen im Staatswald der ThüringenForst-AöR. Diese wurde im renommierten Fachblatt „European Journal of Forest Research“ veröffentlicht.

4-16 Mutterbäume pro Hekat ausreichend

Bis 50 m rund um den Mutterbaum finden sich imposante zwei- bis zehntausend Samen pro m2 und Jahr. Nur 100 bis 200 Birkensamen pro m2 wären für eine erfolgreiche Naturverjüngung erforderlich. Hangaufwärts fliegen Birkensamen knappe 100 m weit, bergab können sie im Mittel sogar bis 360 m Entfernung überwinden. Rund die Hälfte aller Samen schafft noch weitere Distanzen. Die Birke, als Sand-Birke „Baum des Jahres 2000“, ist also auf Kahlflächen vielerorts ein respektabler Kämpfer für eine rasche Wiederbewaldung. Durch die Klimafolgeschäden ist sie derzeit in größerem Umfang in Thüringen zu finden.„Waldbesitzer sind gut beraten, Birken-Samenbäume insbesondere in labilen Waldbeständen zu belassen und zu fördern, um sich für den Fall des Falles zu wappnen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Für eine derartige Risikovorsorge reichen je nach Geländesituation 4-16, möglichst gleichmäßig verteilte Mutterbäume pro Hektar. Die Birken sorgen so zügig für Vorwaldstrukturen, die den späteren Waldaufbau deutlich erleichtern.

 

Lesen Sie hierzu etwas über die Ausstellung „Die Birke – Dame des Waldes“ in Eberswalde. 

Quelle: ThüringenForst/ Red.

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