Waldbau

Die Biotopholzstrategie „Xylobius“

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Moose, Pilzkonsolen, verrottendes Holz und lebende Bäume bieten zahlreichen Organismen in unseren Wäldern als natürliche Biotope abwechslungsreiche Lebensräume und auch Nahrung. Die nordrhein-westfälische Biotopholzstrategie „Xylobius“ setzt den Schutz und die Erhöhung der biologischen Vielfalt in den Mittelpunkt. Dabei geht es um den Schutz von Biotop-Bäumen im Speziellen und intakte Waldökosysteme im Allgemeinen.

Etwa ein Drittel der Tierarten im Wald, darunter unterschiedliche Käferarten, Wildbienen sowie verschiedene Pilz- und Pflanzenarten sind speziell auf alte, absterbende oder tote Bäume angewiesen. Diese Lebewesen (Xylobionten) ernähren sich von Holz, bewohnen es oder verwenden Holzbestandteile zum Beispiel für den Nest- und horstbau. Daraus leitet sich der Name der Biotopholzstrategie „Xylobius“ ab.

Monitoring mit „Biotopbaum-App“

In den vergangenen fünf Jahren haben die Forstleute im Staatswald von Wald und Holz NRW über 23.000 Biotopbäume mit einer Masse von 90.000 m3 erfasst. Die Erhebung geschieht mittels einer von Wald und Holz NRW entwickelten App, der sog. „Biotopbaum-App“, die sich auf den Revier-Toughpads der Forstleute befindet. Da in den unbewirtschafteten Waldflächen (Prozessschutzflächen), wie Naturwaldzellen und Wildnisentwicklungsgebieten bereits verschiedene Monitorings durchgeführt werden, erfolgt die Anwendung von „Xylobius“ nur im bewirtschafteten Wald. Damit trägt „Xylobius“ neben der Steigerung der Biodiversität auch der Vernetzung der sog. Prozessschutzflächen bei.

Die Erhebung der Daten im Staatswald geschieht mittels einer von Wald und Holz NRW entwickelten App, der sogenannten „Biotopbaum-App“, die sich auf den Revier-Toughpads der Försterinnen und Förster befindet. Foto: Dr. B. Herzig, Wald und Holz NRW

Broschüre „Xylobius – Biotopholz als Quelle der Vielfalt“ zum Download

Quelle: Wald und Holz NRW