WaldÖkologie

Die beliebte Wildpflanze Bärlauch

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Der Frühlingsbote und die beliebte Küchenpflanze Bärlauch beginnt in diesen Tagen in den Wäldern zu sprießen. Für viele gehört das Sammeln dieser Wildpflanze dazu. Aber es droht Verwechslungsgefahr mit anderen giftigen Pflanzen.

Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg erläutert wichtige Regeln, die beim Sammeln und beim Verzehr von Bärlauch zu beachten sind. Die Sammlung der Pflanzen sollte pfleglich erfolgen, ebenso sei als Obergrenze die Größe eines Handstraußes die Richtlinie.

Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Frühblühern

Da zur gleichen Zeit wie der Bärlauch auch Herbstzeitlose und Maiglöckchen Saison haben und diese oft an ähnlichen Stellen wachsen, bestehe erhöhte Verwechslungsgefahr. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal seien die Stängel der Pflanzen:

  • Bärlauchblatt: Stängel sprießen einzeln aus dem Boden, meist in Gruppen dicht beieinander
  • Maiglöckchen: es wachsen immer zwei Blätter an einem Stängel
  • Herbstzeitlose: es entwickeln sich stängelumfassende Blätter, d.h. die Blätter liegen zuerst eng am Stängel und öffnen sich dann
  • Gefleckter Aronstab: junge Blätter dieser Pflanze sind im Anfangsstadium mit den Bärlauchblättern zu verwechseln. Allerdings sind die Blattnerven des Aronstabs unregelmäßig geformt, während die des Bärlauchs parallelnervig verlaufen. Erst im ausgewachsenen Zustand bilden die Blätter des Aronstabs die unverwechselbare Pfeilform sowie dunkle Flecken aus. Am Ende der Blätter ist ein Widerhaken am Stielansatz zu erkennen.

Knoblauchgeruch zeigt die richtige Fährte auf

Auch die Nase sei beim Bärlauch sammeln eine gute Hilfe. Beim Zerreiben von Bärlauchblättern entstehe der typische Knoblauchgeruch. Allerdings werden die Hände den Knoblauchgeruch rasch annehmen, sodass dieser Kniff nur am Anfang wirke.

Lebensgefährliche Vergiftungen durch Doppelgänger möglich

Herbstzeitlose und Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Inhaltsstoffe, die nach dem Verzehr lebensgefährliche Vergiftungen auslösen können. Vergiftungsanzeichen sind Erbrechen, Krämpfe, akute Kreislaufbeschwerden und blutiger Durchfall. Diese Symptome treten bereits zwei bis sechs Stunden nach dem Essen auf. Auch alle Teile der Aronstab-Pflanze sind giftig und enthalten in großen Mengen Oxalat sowie flüchtige Scharfstoffe. Schon beim bloßen Berühren der Pflanze kann es zu Rötungen der Haut und Blasenbildung kommen. Nach dem Verzehr von Pflanzenteilen können sich Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle einstellen. Auch ein Anschwellen der Lippen sowie Entzündungen der Mundschleimhäute mit schmerzhaftem Brennen auf der Zunge und im Rachen können die Folge sein. „Wer nach dem Verzehr von vermeintlichem Bärlauch diese Beschwerden hat, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen“, betonte der Minister.

Auch Fuchsbandwurm möglich

Hauk wies außerdem darauf hin, dass wild wachsender Bärlauch nicht ungefährlich sei, da die Blätter mit Eiern des kleinen Fuchsbandwurms behaftet sein könnten: „Da diese erst bei Kochtemperaturen ab 60 Grad abgetötet werden, bringt meist auch gründliches Waschen oder Einfrieren nichts“, erklärte Hauk. Wer auf sein Bärlauch-Pesto nicht verzichten möchte, sollte dafür keinen wild gesammelten Bärlauch verwenden.

Einige wichtige Regeln beachten

  • Da in den Wäldern lediglich zur Erholung freies Betretungsrecht gilt, ist das Sammeln für den gewerblichen Zweck grundsätzlich verboten und bedarf einer Genehmigung durch die Forstbehörden.
  • Das Sammeln von Bärlauch sollte pfleglich erfolgen, d.h. die Lebensgemeinschaft Wald darf dabei nicht geschädigt, gestört oder verunreinigt werden
  • Es muss Rücksicht auf die Brut- und Setzzeiten der Waldtiere genommen werden
  • Sperrungen aufgrund von z.B. Holzerntemaßnahmen sind zu beachten, daher dürfen diese Flächen nicht betreten werden
  • als Richtschnur gilt das Sammeln von etwa handstraußgroßen Mengen
Quelle: MLR