Forstpolitik

DHWR warnt vor fehlender Frischholzmenge

von Marc Kubatta-Große

Auf der digitalen Mitgliederversammlung des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) Anfang Dezember haben sich die Teilnehmer einstimmig gegen die Empfehlung des Bundesrats ausgesprochen, das Forstschäden-Ausgleichsgesetz zu aktivieren.

„Die bundesweite Einschlagbeschränkung gesunder Fichten auf 85 % gegenüber dem Normaleinschlag würde dazu führen, dass in weniger von der Kalamität betroffenen Gebieten, wie Bayern oder Baden-Württemberg, nur bis zu 60 % der üblichen Mengen geschlagen werden dürften“, so Steffen Rathke, Präsident des DHWR. „Eine massive Holz-Verknappung wäre die Folge.“

Holzverknappung im Süden

Eine Einschlagsbeschränkung vor den Haustüren der Werke werde zusätzlich den Einkaufsradius des Holzes erhöhen. Die von der Politik angestrebte Verteilung von Schadholzmengen in weniger betroffene Regionen sei aufgrund fehlender Logistikkapazitäten nicht realisierbar. Die Holzindustrie kaufe überwiegend regional im Umkreis von 150 Kilometern ein. Bei einem erweiterten Einkaufradius seien weniger Touren möglich. Die Folge seien steigende Logistikkosten und sinkende Transportkapazitäten.

Auf die Bahn ausweichen können nur die wenigen Werke, die über einen Gleisanschluss verfügen. Es fehlen zudem die Lieferwagons, um das Holz bedarfsgerecht in Deutschland verteilen zu können, erläutert Rathke den Effekt des ordnungspolitischen Eingriffs in den Markt.

Höhere Tonnage wohl nicht durchsetzbar

Diesen Folgen könne man nur mit einer bundeseinheitlichen Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts für den Rundholztransport begegnen. Eine Mehrheit für eine solche Regelung sehe Rathke aber nicht. Auch könne sie eine Beschränkung des Einschlags ohnehin nicht gänzlich kompensieren.

DHWR/Red.