Holzindustrie, -verbände

DHWR: Aus für KfW Bauförderung ist fatal

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Bundesregierung hat ihre Förderbank KfW angewiesen, Bauförderungen mit sofortiger Wirkung zu stoppen. Der Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR), Erwin Taglieber, kritisiert die Entscheidung als „böse Überraschung“.

Am 24. Januar gab Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die sofortige vorläufige Aussetzung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) der KfW bekannt. Endgültig eingestellt wurde die Neubauförderung des Effizienzhauses/Effizienzgebäudes 55 (EH55), die ohnehin zum Monatsende ausgelaufen wäre.

Habeck: Förderstopp unumgänglich

Das Ende der EH55-Förderung war im November 2021 bekannt gegeben worden, nachdem sich dieser EH55 bereits seit längerem als Standard durchgesetzt hatte. Das hat laut Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) zu einem Ansturm auf dieses Förderprogramm geführt, so dass die Flut der Anträge die verfügbaren Mittel von 5 Mrd. € bereits im Januar überstiegen hätten. Ein Stopp der Förderung sei daher unumgänglich gewesen.

Über die Zukunft der Neubauförderung für EH40-Neubauten wolle man vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Mittel im Energie- und Klimafonds und der Mittelbedarfe anderer Programme durch die Bundesregierung zügig entscheiden, erklärt das BMWK.

Regelung zur Unzeit

Nach den wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Krise sowie den schlechten Materialverfügbarkeiten bei explodierenden Kosten im letzten Jahr komme die Regelung für die gesamte Bauwirtschaft, Bauherren und Investoren zur Unzeit, so Taglieber.

Der Antragsstopp verteuere das Bauen erheblich und werde zu weniger Bautätigkeit führen. „Schon jetzt berichten unsere Unternehmen von Auftragsstornierungen, da viele Finanzierungen plötzlich in der Luft hängen und zahlreiche Aufträge bis zur Klärung der künftigen Förderung ausgesetzt werden.“ Die Baubetriebe ihrerseits würden als unmittelbare Folge den Zulieferern die Aufträge stornieren.

Förderstopp fatal

Die Einstellung der Förderung für Effizienzhaus/Effizienzgebäude 55 im Neubau zum 31. Januar 2022 sei erwartet worden. Nun aber die komplette Förderung für energieeffiziente Gebäude zu stoppen, sei in klimapolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht fatal. Offensichtlich sei sich das BMWK der Tragweite seiner Entscheidung nicht bewusst gewesen.

Der Gebäudesektor sei für das Erreichen der Klimaschutzziele eine zentrale Säule. Ohne die Bundesförderung der KfW werde es unmöglich werden, diese Ziele zu erreichen und bis 2045 klimaneutral zu werden. „Bauherren werden zukünftig energetisch schlechter bauen“ prophezeit Taglieber.

Schnelle Lösung?

Es müsse jetzt schnell gehen. Eine Übergangslösung für die Wiederaufnahme der Förderungen sei dringend notwendig, bis eine neue Fördersystematik gelte. Minister Habeck stellt eine schnelle Lösung in Aussicht.

Zusammen mit dem Bundesbauministerium (BMWSB) und dem Bundesfinanzministerium (BMF) arbeite man mit Hochdruck daran, möglichst schnell die Förderung für die energetische Gebäudesanierung wieder aufzunehmen und eine klimapolitisch ambitionierte, ganzheitlich orientierte Förderung für neue Gebäude, aufzusetzen.

Quellen: DHWR/BMWK