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Nur mit angepassten Schalenwildbeständen lässt sich der Verbissdruck auf die Wälder reduzieren und nur so können zukunftsfähige Mischwälder entstehen.

DFWR zum Referentenentwurf zur Novelle Bundesjagdgesetz

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und AGDW – Die Waldeigentümer fordern, jetzt die Weichen für die Zukunft der Wälder in Deutschland zu stellen. Mischwälder als probate Antwort auf den Klimawandel können nur gelingen, wenn die jagdliche Situation es zulässt. Der vorliegende Referentenentwurf zur Novelle des Bundesjagdgesetzes (BJG) müsse deutlich weiter gehen.

Der Klimawandel mit seinen Folgen stellt den Wald und die Forstwirtschaft vor riesige Herausforderungen. Nicht nur rund 250.000 ha geschädigte Waldflächen müssen jetzt mit einem klimastabilen Mischwald wieder bewaldet werden, sondern auch der Waldumbau muss auf einem Großteil der gesamten Waldfläche ermöglicht und weiter vorangetrieben werden. Dafür sind angepasste Schalenwildbestände eine wesentliche Voraussetzung. Mit der Novelle des Bundesjagdgesetzes müssen nun die Voraussetzungen geschaffen werden, um den Wald in Deutschland und seine vielfältigen Funktionen für die Gesellschaft zu erhalten. Am 27. Juli hat das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Gesetzentwurf an die Verbände zur Stellungnahme versandt. Die Verbändeanhörung ist für den 28. August angesetzt.

Umso wichtiger ist es jetzt laut DFWR, alle Voraussetzungen zu schaffen, um die Zukunft des deutschen Waldes zu sichern und die Wälder an den Klimawandel anzupassen. „Die absolute Dringlichkeit des Waldumbaus in Zeiten des Klimawandels und die Tatsache, dass bereits die letzte Bundesjagdgesetznovelle erfolglos war, erfordert jetzt mehr denn je ein ernstgemeintes und entschlossenes Handeln. Wir tragen mit der Novelle des Bundesjagdgesetzes (BJG) eine große Verantwortung und müssen jetzt die Weichen für die Zukunft des Waldes stellen“, erklärte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats.

Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW, betonte, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, alle Möglichkeiten zu ergreifen, um den Wald mit all seinen Ökosystemleistungen für die Gesellschaft und die Waldbesitzenden zu erhalten. „Zu diesen Möglichkeiten zählt auch eine an die Herausforderungen angepasste Novelle des Bundesjagdgesetzes.“ Für Schadbewältigung und Waldumbau haben Bund und Länder Ende letzten Jahres 800 Mio. € zur Verfügung gestellt, die jetzt in großer Verantwortung zum Erhalt und zur Entwicklung zukunftsfähiger Wälder eingesetzt werden müssen. Mischwälder als probate Antwort auf den Klimawandel können jedoch nur gelingen, wenn die jagdliche Situation es zulässt.

Referentenentwurf bleibt hinter den Erwartungen zurück

Beide Präsidenten sind sich einig, dass der vorliegende Referentenentwurf zur Novelle des BJG deutlich hinter diesem Anspruch zurück bleibt. „Es muss sichergestellt werden, dass sich der Wald natürlich ohne Schutzmaßnahmen verjüngen kann, sonst haben klimastabile Mischbaumarten bei hohem Wildverbiss-Druck keine Chance“, so AGDW-Präsident von der Marwitz. In diesem Zusammenhang muss es auch zusätzlich möglich sein, dass Mischbaumarten durch Naturverjüngung, Saat oder Pflanzung zum Umbau von Reinbeständen eingebracht werden und diese im Wesentlichen ohne Schutz aufwachsen können.

Die Herleitung der Abschusshöhe des Schalenwildes könne nur auf einer sachlichen Grundlage erfolgen. Deshalb fordern beide Präsidenten, ein Vegetationsgutachten als objektive Grundlage zur Beurteilung des Zustands der Vegetation heranzuziehen und damit zielgerichtet den Waldumbau zu ermöglichen. „Denn nur wenn der Wald wachsen kann, ist eine Anpassung an den Klimawandel möglich. Dazu muss die Novelle des Bundesjagdgesetzes jetzt ihren Beitrag leisten,“ betonte Schirmbeck.

Lesen Sie auch unsere Meldung vom 26. Mai 2020.

Quelle: DFWR

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