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DFWR veröffentlicht Positionspapier zum Thema Wald und Schalenwild

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) hat sein Positionspapier zum Thema „Wald und Schalenwild“ veröffentlicht. Damit will der DFWR auf die negativen Auswirkungen von nicht angepassten Wildbeständen aufmerksam machen und fordert eine zeitgemäße Jagd, die der vielerorts bestehenden Wildschadensproblematik im Wald gerecht wird.
Die Bedeutung des Waldes und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung werden in der Zukunft sowohl für die Waldbesitzer als auch für die Gesellschaft weiter zunehmen. Ziel ist die Erhaltung eines multifunktionalen, standortgerechten und nachhaltigen Waldökosystems. Die gesetzlichen Vorgaben des Jagdrechts besagen, dass die Wilddichte durch die Ausübung der Jagd auf einem waldverträglichen Niveau gehalten werden muss. „In Deutschland besteht allerdings vielerorts eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem gesetzlichen Auftrag und seiner praktischen Erfüllung“, so DFWR-Präsident Georg Schirmbeck, MdB. „Wildschäden gefährden die nachhaltige, naturnahe Bewirtschaftung des Waldes und insbesondere die Entwicklung stabiler, leistungsstarker und klimaplastischer Mischwälder. Sie können bei den Waldeigentümern zu erheblichen finanziellen Mehraufwendungen und Mindererträgen führen, die häufig die Einnahmen aus der Verpachtung der Jagdreviere überschreiten.
In Anbetracht der Bedeutung des Waldes besteht kein Zweifel, dass regional dringender Handlungsbedarf gegeben ist. Folgerichtig sollte hier die Landesgesetzgebung greifen. Um der vor Ort differenziert zu betrachtenden Wald-Wild-Problematik gerecht zu werden, müssen mit allen Beteiligten und waldbesitzübergreifend gemeinsam regionale Lösungen erarbeitet werden. Die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten müssen bei Bedarf konsequente Anwendung finden. „Jagdrecht ist Eigentumsrecht!“, so Georg Schirmbeck weiter. „Das Positionspapier soll den verantwortlichen Akteuren vor Ort Anstoß geben, sich mit den bestehenden Problemen gewissenhaft auseinander zu setzen. Ziel muss sein, Wald und Schalenwild in Einklang zu bringen.“
In dem Positionspapier werden bewährte Grundelemente bestätigt, aber auch Notwendigkeiten zur Weiterentwicklung gefordert. So wird Wert darauf gelegt, das Jagdrecht der Grundeigentümer gegenüber dem Jagdausübungsrecht der Jäger zu stärken. Dabei sollten bestehende Gestaltungsspielräume, z. B. bei der Jagdverpachtung, besser ausgenutzt werden. Jagdzeiten müssen harmonisiert und den wildbiologischen Erfordernissen angepasst werden. Zur Vermeidung von Wildkonzentrationen, die verstärkt Schäden nach sich ziehen, sind Fütterungen auf behördlich festgelegte Notzeiten zu beschränken. Die Kirrjagd auf Schwarzwild muss strengen rechtlichen Vorgaben unterliegen. Moderne Bejagungsstrategien, insbesondere Instrumente wie bspw. revierübergreifende Bejagung, sollten in kooperativer Zusammenarbeit angewendet werden.
Darüber hinaus werden konkrete Maßnahmen zur Problemlösung gefordert. Hierzu zählen unter anderem die Entwicklung von Methoden zur Vereinfachung und Vereinheitlichung von Wildschadensersatz im Wald, eine verstärkte Anwendung effizienter Jagdmethoden und die stärkere Berücksichtigung forstwirtschaftlicher Inhalte sowie neuester biologischer und ökologischer Zusammenhänge bei der Jungjägerausbildung und der Fortbildung der Jäger. Die Abschussregelungen sollen auf die Vermeidung von Wildschäden ausgerichtet, und ein Mindestabschussplan für Rehwild soll eingeführt werden.
„Angesichts der umfassenden Bedeutung des Waldes für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft müssen die bestehenden Konflikte zwischen den Akteuren vor Ort dringend gelöst werden. Wir hoffen, dass mit diesem Positionspapier ein konstruktiver Dialog einsetzt“, so Schirmbeck abschließend.
DFWR

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