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DFWR-Präsident Schirmbeck: „Der Krisengipfel für den Wald gehört ins Kanzleramt, um jetzt Taten folgen zu lassen!“

Schirmbeck zur „Moritzburger Erklärung“

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) forderte Ende Juli 2019 in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel einen Krisengipfel für den Wald. Dieser sollte im Kanzleramt mit allen Ministerpräsidenten der Bundesländer stattfinden.

Am 1. August trafen sich auf Einladung des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt die Forstministerinnen und -minister aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen sowie die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, in Moritzburg bei Dresden. Dort berieten sie sich über die bundesweit katastrophale Situation in den Wäldern. Dabei wurde ein Masterplan für den Wald, die Moritzburger Erklärung an Klöckner überreicht.

„Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die kritische Situation in den deutschen Wäldern ernst nimmt und jetzt Maßnahmen auf den Weg bringen möchte, um den Wald und seine Funktionen für die Gesellschaft und folgender Generationen zu erhalten“, sagte der Präsident des DFWR, Georg Schirmbeck.

Krisengipfel für den Wald

Die dramatische Situation erinnert laut DFWR an das Waldsterben der 1980er Jahre. Mit dem Unterschied, dass heute die Einflussfaktoren auf den Wald weitaus komplexer sind und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald in der Politik und Gesellschaft immer noch nicht ernsthaft wahrgenommen werden, so der DFWR. „Das müssen wir dringend ändern und dem Wald in der Krise die Aufmerksamkeit zuwenden, die er jetzt benötigt und verdient. Wir haben eine nationale Herausforderung. Der deutsche Wald ist systemrelevant und gehört ins Kanzleramt“, betonte der DFWR-Präsident. „Wir müssen in einem ersten Schritt die entstandenen Waldschäden beheben und die Kahlflächen mit klimaangepassten Mischbaumarten wiederaufforsten. Das kostet Geld, aber nichts tun kostet uns die Zukunft“, so Schirmbeck weiter.

Schirmbeck fordert eine langfristige Strategie

„Neben den Soforthilfemaßnahmen braucht der deutsche Wald eine langfristige Strategie, um aus den Krisenmodus zu kommen und die Wälder an den Klimawandel anzupassen“, betonte Schirmbeck. Die „Moritzburger Erklärung“ liefere dafür gute Ansätze. Die herausfordernde Aufgabe der Schadensbeseitigung, Walderhalt und eines klimaangepassten Waldumbaus erfordere die Bereitstellung von erheblichen zusätzlichen Finanzmitteln über Jahre hinweg. Der DFWR-Präsident: „Und deshalb müssen wir weiterdenken. Die Maßnahmen und Unterstützung dürfen kein schnelles Verfallsdatum haben. Eine dauerhafte Einrichtung eines Risikofonds für die Forstwirtschaft, der aus der CO2-Abgabe gespeist wird, kann beispielsweise dazu beitragen, dass künftig Hilfe schneller im Wald ankommt und sich klimabedingte Schadereignisse für die Waldbesitzenden nicht existenzbedrohend aufschaukeln.“

Der Wald ist wichtigster Verbündeter für den Klimaschutz. Deshalb verdient er eine ernsthaftere und engagiertere Klimaschutzpolitik auf Bundesebene, so der DFWR. „Das Klimakabinett muss endlich liefern damit die Gesellschaft ihren CO2-Fußabdruck verringert“, sagte Schirmbeck. Eins ist für den DFWR-Präsidenten klar: „Eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes ist für den Klimaschutz in Deutschland unverzichtbar.“

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Quelle: DFWR

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