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DFV: Naturschützer verkennen die Notsituation der Eiche

Die Niedersächsischen Landesforsten werden in den kommenden Tagen rund 700 Hektar gefährdete Eichenwälder mithilfe eines Hubschraubereinsatzes gegen gefräßige Raupen schützen. Der Nabu Niedersachsen kritisiert in seiner Pressemitteilung vom 25. April 2012 dieses Vorgehen. Der Deutsche Forstverein weist die Vorwürfe zurück.
„Die Tatsache, dass die Landesforsten seit 20 Jahren auf Pflanzenschutz per Hubschrauber verzichtet haben, zeigt, mit welcher Sorgfalt die nun bevorstehende Aktion geplant wurde“, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Forstvereins, Marcus Kühling, „dieser Einsatz ist in der naturnahen Forstwirtschaft aber nur in einer solcher Notsituation sinnvoll.“
Es muss immer zwischen den Folgen des Kahlfraßes durch die Raupen einerseits und der nun bevorstehenden Befliegung andererseits abgewogen werden. Bei genauer Analyse der bisher vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA), ist die Bekämpfung der Raupen für das Ökosystem Eichenwald der bessere Weg.
Im Übrigen ist das eingesetzte Präparat (Anmerk. der Redaktion: Karate Forst) weder gefährlich für Fledermäuse oder die einheimischen Vogelarten. Die Eichenwälder brauchen eine Phase in der sie sich von diesem permanenten Fraßstress erholen können. Entsprechend ist die Maßnahme sinnvoll, um wertvolle Eichenökosysteme langfristig für den Natur- und Artenschutz zu erhalten.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung: Kahlfraß an Eichen in Niedersachsen

DFV

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