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Von links: Wilfried Stech (HW-Zert, KFP), Klaus Wiegand (RAL-GGWL), Elmar Stertenbrink (RAL-GGWL), Dr. Brigitta Hüttche (DFSZ, VdAW), Dr. Maurice Strunk (DFUV), Vera Butterweck-Kruse (DFUV), Dr. Peter Fischer (KUQS), Philipp Würth (HW-Zert, KFP)

Plattform gegen Zertifikats-Hopping

Am 18. Oktober berieten der Deutsche Forstunternehmer-Verband (DFUV) und die Forstunternehmer-Zertifizierer über die Glaubwürdigkeit der Unternehmerzertifikate und ihre weitere Verbesserung. Alle relevanten deutschen Zeichengeber – RAL-GGWL, KFP, DFSZ und KUQS – hatten Vertreter nach Göttingen geschickt.

Wahlmöglichkeit bei den Zertifikaten

Einigkeit bestand darin, dass erst die Verfügbarkeit mehrerer Zertifikate Wahlmöglichkeiten schafft, mit denen die Dienstleistungsunternehmen ihre individuellen Anforderungen abdecken können. Damit der daraus entstehende Wettbewerb der Glaubwürdigkeit nicht schadet (z. B. durch „Zertifikats-Hopping“), haben die Gesprächspartner eine engere Zusammenarbeit unter Moderation des DFUV vereinbart.

In einem ersten Schritt entwickeln sie hierzu eine „Plattform“, in die alle Zertifizierungssysteme jährliche Kennzahlen einspielen, z. B. über Suspendierungen und Zertifikatsentzüge, über Neuaufnahmen und externe Audits. Die Auswertung und der jährliche Vergleich der Daten können Probleme und negative Entwicklungen aufzeigen sowie auf Handlungsbedarf hinweisen.

Auch die Kommunikation wollen die Gesprächspartner weiter verbessern. So verfügen alle Forstunternehmerzertifikate z. B. über ein eigenes Beschwerdemanagement. Die engere Zusammenarbeit soll auch diese Abläufe weiterentwickeln. Auch deshalb wird der Deutsche Forstunternehmer-Verband die Zertifikatsanbieter ab sofort mindestens jährlich zu einem gemeinsamen Austausch einladen.

Die Verantwortung der Auftraggeber

Aber auch die Auftraggeber der forstlichen Dienstleister müssen weiter sensibilisiert und auf ihre Mitwirkungspflichten hingewiesen werden. Einigkeit bestand zum Beispiel darin, dass Kalamitäten nicht dazu führen dürfen, dass ursprünglich gesetzte Qualitätsstandards wieder ausgehebelt werden. Gerade die anspruchsvollen Arbeiten im Windwurf und Käferholz erfordern den Einsatz zertifizierter Betriebe.

DFUV/Red.

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