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Forwarder EcoLog 574D

Staatliche Regiemaschinen in der Kritik

Der Deutsche Forstunternehmer-Verband (DFUV) kritisierte auf seiner Gesamtvorstandssitzung am 11. und 12. April in Köln die steigende Eigenmechanisierung der Landesforstbetriebe.

Die staatlichen Regiemaschinen lagen besonders  Dirk Reishaus am Herzen, dem Vorsitzenden der AfL Mecklenburg-Vorpommern. Wie er berichtete, plant die Landesforstanstalt ihren Forstmaschinenbestand  aufzustocken. Je neun Harvester und Forwarder besitzen die Landesforsten schon seit einigen Jahren. In den regelmäßigen Gesprächen zwischen Landesforsten und Unternehmerverband hieß es nach Angaben von Reishaus immer, dass dies auch so bleiben solle. Nur Ersatzinvestitionen waren vorgesehen.

Mehr Regiemaschinen in Mecklenbureg-Vorpommern

Bei der letzten Sitzung des Landesforstbeirates war das dann plötzlich nicht mehr so. Jetzt sollen 2021 doch zwei Harvester und vier Rückezüge dazukommen. Gerüchteweise ist auch ein Seilkran geplant. Bei einem Gesamteinschlag von rund 900.000 Fm jährlich, würden die Landesforsten dann über ein Drittel ihres Holzes mit eigenen Maschinen ernten. Das wäre der bundesweite Spitzenwert.

Selbst im Technikland Niedersachsen übernehmen die staatlichen Maschinen nur ein Drittel des Holzes. Die Bezugsgröße ist hier aber nicht der Gesamteinschlag, sondern nur der mechanisierte Holzeinschlag. Die Landesforstanstalt in Mecklenburg-Vorpommern begründet die Investition offenbar damit, dass zahlreiche Forstwirte nicht mehr in der Holzernte einsatzfähig sind und die Unternehmer bei Ausschreibungen nicht alle Lose bebieten.

Auch die Bayerischen Staatsforsten stocken auf

Norbert Harrer aus Bayern informierte die Kollegen über die Entwicklung in Bayern, wo die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) ihren Maschinenbestand ebenfalls ausbauen wollen, nachdem er jahrelang stabil geblieben war. Mit den zwei neuen Harvestern, die in diesem Sommer dazukommen, werden die BaySF seiner Schätzung nach rund 15 % des mechanisierten Holzeinschlages mit eigenen Maschinen abdecken. Die Begründungen seien ähnlich: man wolle mehr Flexibilität, die Unternehmerkapazitäten reichten nicht überall aus. Den eigentlichen Grund sieht er dagegen im jungen und technikbegeisterten Team der BaySF Forsttechnik.

UVV-Schlepper

Ein Dorn im Auge der Forstunternehmer sind darüber hinaus all die UVV-Schlepper, die in vielen staatlichen Forstbetrieben Einzug halten. Sie werden erfahrungsgemäß aber nicht nur zur seilunterstützten Holzernte eingesetzt, sondern auch für Rückearbeiten.

Eines ist aus Sicht der Unternehmer klar: Mit der verstärkten Eigenmechanisierung erreichen die Landesforstbetriebe nur eines: sie stellen die Basis eines Berufsstandes in Frage, auf den sie am Ende angewiesen sind, nicht nur nach Kalamitäten.

Was die Forstunternehmer auf der Tagung noch alles besprochen haben, das lesen Sie in der Forst & Technik 5/2019.

Oliver Gabriel

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