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Deutschland: Kaum Neuverträge

Im Auftrag der Zukunft Holz GmbH unterhält die B+L Marktdaten ein Meldenetz, dem Forstbetriebe aller Waldbesitzarten angeschlossen sind. Regelmäßig berichten diese Betriebe über die Nachfrage und Preisentwicklung im Berichtszeitraum. Aus diesem wurde im Juni gemeldet, dass nur ein vergleichsweise geringer Teil der Meldebetriebe neue Verträge geschlossen hat. Meist war auch das Volumen relativ gering. Dies dürfte zum einen daran liegen, dass die Sägeindustrie weiterhin beklagt, die derzeitigen Preise für Stammholz auch bei der Preisgestaltung ihrer Schnittholzsortimente nicht umsetzen zu können, weswegen das Interesse an Neuverträgen zurzeit relativ gering ist. Zum anderen laufen etliche Verträge noch bis inklusive Juni, so dass vielfach erst in den kommenden Wochen neue Verhandlungen anstehen. Dem Vernehmen nach haben auch etliche Anbieter aus dem Staatswald Rücksichtnahme auf die schwierige Position ihrer Kundschaft angekündigt, was wahrscheinlich dazu führt, dass bei den Verhandlungen für das dritte Quartal Stabilität zum Ziel gesetzt wird.
Derzeit fließt das vertraglich gebundene und bereitgestellte Holz überwiegend zügig ab. Teilweise werden seitens der Industrie gerne auch Mehrmengen zu gleichen Preisen abgenommen. Aufgrund der Witterung im Frühjahr ist derzeit kaum zu befürchten, dass es im Sommer zu nennenswertem Anfall von Käferholz kommen wird. Auch die Tatsache, dass in der jüngeren Vergangenheit Energieholz sehr stark nachgefragt wurde, hat dazu beigetragen, dass bruttaugliches Material kaum im Wald verblieben ist. Hinzu kam, dass der Markt für Nadelstammholz sich für den Waldbesitzer so positiv entwickelt hat, dass möglichst jedes Holz, das auch nur die geringsten Anzeichen für Borkenkäferbefall zeigte, schleunigst eingeschlagen und abtransportiert wurde.
Die amtliche Preisstatistik zeigt, dass Fichtenstammholz preislich seit Jahresbeginn stagniert. Eine ähnlich Entwicklung war bei den Erzeuger-, Einfuhr- und Ausfuhrpreise von Schnittholz nun schon seit einiger Zeit zu beobachten, teilweise waren sie auch leicht gesunken. Andererseits deutet die Entwicklung der Preise in Tschechien und Polen sowie einiger anderer Nachbarländer darauf hin, dass die Konkurrenz um den Rohstoff Holz in nächster Zeit wieder zunehmen könnte.
Rückläufig ist die Nachfrageentwicklung seit geraumer Zeit bei Industrieholz. Vielfach werden zwar Mengen nachgefragt, aufgrund der Angebotsstruktur gaben die Preise nach dem Höhenflug vor einem Jahr jedoch deutlich nach. Lediglich bei Buche ist die Situation
– vor allem aufgrund der guten Absatzmöglichkeiten für Brennholz – vergleichsweise gut.
Holz Journal

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