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Deutschland: Ausfuhr von Nadelstammholz

In den ersten neun Monaten 2015 legten die Exporte von Nadelstammholz um fast zwei Zehntel auf knapp 1,26 Mio. Fm zu. Für das erste Halbjahr errechnete sich noch ein leichter Rückgang um knapp ein Zehntel.
Hauptverantwortlich für das kräftige Plus ist der recht kräftige Anstieg der Lieferungen nach Österreich um mehr als ein Drittel auf 874.000 Fm. Damit wurde allein im dritten Vierteljahr 2015 fast genauso viel Nadelstammholz nach Österreich geliefert wie im ganzen ersten Halbjahr. Ursächlich hierfür ist weniger die Tatsache, dass Österreich einen so großen Bedarf hat, als viel mehr die Tatsache, dass als Folge der Sturmholzanfälle durch den Orkan Niklas im Frühjahr 2015 die Preise für Nadelstammholz in Deutschland um rund 20 % eingebrochen sind. Zwar reduzierten sich auch in den sturmnahen Regionen Österreichs die Preise recht deutlich, doch konnten die deutschen Märkte durch die vergleichsweise preisgünstigen Lieferungen nach Österreich spürbar entlastet werden. Während im September 2014 die Preise für Exporte von Nadelstammholz nach Österreich noch bei knapp 92 € lagen, sind sie nach dem Sturm Niklas deutlich eingebrochen und tendierten in den vergangenen vier Monaten zwischen 73 und 76 €/Fm.
In den ersten neun Monaten wurden aus Deutschland sieben Zehntel sämtlicher Nadelstammholzexporte an unseren südlichen Nachbarn geliefert, aber auch spürbare bis sprunghafte Zuwächse bei den Ausfuhren in andere Länder konnten zu einer deutlichen Marktentlastung beitragen. So stiegen die Nadelstammholzieferungen nach Belgien um 4 %, die nach Tschechien um fest zwei Zehntel und die in die Schweiz sogar auf gut die doppelte Vorjahresmenge. Ein relativ großer Teil der Zuwächse der Exporte in die Schweiz dürften aber auch in der deutlichen Aufwertung des Schweizer Franken begründet sein. So sanken bei Lieferungen in die Schweiz die Durchschnittspreise frei Grenzübergang von 118 €/Fm auf nur noch 75 €/Fm.
HMI, Quelle: Statistisches Bundesamt

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