ABO
„Deutsches Naturwalderbe“ im Bundestag abglehnt

„Deutsches Naturwalderbe“ im Bundestag abglehnt

Die Bundesregierung muss ihr Ziel nicht strikter verfolgen, mehr Wälder mit natürlicher Entwicklung zu schaffen. Einen entsprechenden Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen lehnte der Bundestag am 1. Juli auf Beschlussempfehlung des Landwirtschaftsausschusses ab.

In ihrem Antrag griff die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Forderungen aus der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt auf, den Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung bis 2020 auf insgesamt 5 % auszudehnen. Für diese dauerhaft aus der Nutzung zu nehmenden Flächen sollte ein „Deutsches Naturwalderbe“ geschaffen werden.
„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, unser reiches kulturelles Walderbe in seiner Vielfalt und multifunktionalen Leistungsfähigkeit auf der gesamten Waldfläche zu bewahren. Mit nachhaltiger und naturnaher Waldbewirtschaftung erreichen wir für Umwelt, Natur und Gesellschaft in der Summe viel mehr“, begrüßt DFWR-Präsident Georg Schirmbeck, MdB den Bundestagsbeschluss. 
Zwei Bundeswaldinventuren und die Zwischeninventur 2008 bescheinigen den deutschen Wäldern einen leistungsfähigen und zuwachsstarken Zustand, der eine nachhaltige Holznutzung von ca. 80 Mio. fm/Jahr in immer naturnäher werdenden Bestandesstrukturen erwarten lässt. „Die deutsche Forstwirtschaft bekennt sich zu Arten- und Strukturvielfalt in ihren Waldbeständen und nutzt die natürlichen Prozesse in ihren Waldbaustrategien. Dies bedeutet Stabilität und schafft Biodiversität auf der ganzen Fläche“, fasst Schirmbeck zusammen.
Waldeigentümer aller Besitzarten stellen bereits heute auf großer Fläche mit einer naturnahen und umfassend nachhaltigen Forstwirtschaft den Erhalt der biologischen Vielfalt sicher. Die deutsche Forstwirtschaft, die vor 300 Jahren den Begriff der Nachhaltigkeit erstmals prägte, wird so ihrer traditionell hohen Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt gerecht und bewahrt nachhaltig ein lebendiges Walderbe.
„Deutschlands Wälder müssen nicht vor der Forstwirtschaft in Schutz genommen werden. Nur mit aktiver, nachhaltiger Waldbewirtschaftung schaffen wir es, im Kampf gegen den Klimawandel anpassungsfähige Mischwälder voran zu bringen und mit Holznutzung binden wir das klimaschädliche Kohlendioxid“, so Schirmbeck.
Bundestag/DFWR

Auch interessant

von