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Sylvia und Hendrik Settekorn ziehen ein positives Fazit zum Deutschen Waldpreis. 2018 haben sie ihn in der Kategorie Forstunternehmer/in des Jahres gewonnen

Deutscher Waldpreis: Dabei sein ist alles

Am 14. September vergeben die Fachzeitschriften AFZ-DerWald, Forst & Technik und Deutscher Waldbesitzer auf den DLG-Waldtagen zum zweiten Mal den Deutschen Waldpreis. Wir haben die Forstunternehmerin des Jahres 2018, Sylvia Settekorn, gefragt, warum sie sich letztes Jahr beworben hat.

Die Verleihung des ersten Deutschen Waldpreises auf der Interforst 2018 war ein Erfolg. Darüber waren sich die Teilnehmer hinterher einig. Es gibt zwar immer Zweifler, die den Sinn solcher Veranstaltungen in Frage stellen. Aber was kann es besseres geben, als einmal im Jahr die Protagonisten der Forstwirtschaft mit einem solchen Preis in den Mittelpunkt zu rücken?

Interview mit Sylvia Settekorn

Wir haben Sylvia Settekorn aus Oderberg in Brandenburg gefragt, was Sie vom Deutschen Waldpreis hält, den sie 2018 in der Kategorie Forstunternehmerin des Jahres gewonnen hat.


Warum haben Sie sich für den Deutschen Waldpreis beworben?

Den einen Grund dafür gab es nicht. Wir haben in der Forst & Technik darüber gelesen und sind neugierig geworden, da es solch einen Preis für forstwirtschaft­liche Unternehmen noch nie gab. Als wir uns dann im Internet die Bewerbungskriterien anschauten, wussten wir gleich: Da machen wir mit, weil wir zu allen Punkten etwas zu sagen haben.

Bei der Bewerbung waren wir übrigens selbst überrascht, wie viele Säulen unser kleines Familienunternehmen hat: ob das der maschinelle oder motormanuelle Einschlag ist, der Holzhandel, Spezialbaumfällungen oder unsere Sägenkurse. Wir sind zertifiziert, arbeiten an einer reibungslosen Unter­nehmensnachfolge und sind außerdem seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert. Vernetzung und der Blick über den Tellerrand sind für uns das A und O. Nicht nur, um immer up to date zu sein, sondern vor allem, um der Branche ein Standing in der Gesellschaft zu geben.

Haben Sie erwartet, dass Sie so gut abschneiden werden?
Da waren wir uns gar nicht sicher. Eigentlich war es uns – frei nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ – sogar fast egal. Wir fanden und finden es einfach gut, dass der Preis der Forstbranche und den Forstunternehmen eine Öffentlichkeit verschafft. Die haben sie sonst ja nicht. Aber ich gebe zu: mit dem Gewinn fühlt sich das natürlich viel besser an!

Wie haben Sie Ihren Sieg empfunden?
Im ersten Moment konnten wir es gar nicht glauben, das Blitzlichtgewitter bei der Preisübergabe war geradezu irreal. Aber dann kam die riesengroße Freude, dass wir es wirklich geschafft haben und dass auch noch ein zweiter Brandenburger in der Kategorie Waldbesitzer gewonnen hat.

Besonders gefreut haben wir uns darüber, wie der Waldpreis es geschafft hat, die Teilnehmer der drei Kategorien miteinander zu verbinden, denn Forst besteht ja nicht aus einem Nebeneinander von Forst­unternehmen, Waldbesitzern und Förstern, sondern eben gerade aus dem Miteinander.

Hat Ihnen der Preis etwas gebracht?
In erster Linie viel Aufmerksamkeit. Schon die Berichterstattung in der Forst & Technik und auf forstpraxis.de war fantastisch. Das konnten wir hinterher für unsere eigene Werbung nutzen, ohne Kosten zu haben.

Als wir für die Finalrunde in München nominiert waren, hat der Deutsche Landwirtschaftsverlag (dlv) mit uns ein Video gedreht, dass wir hinterher ebenfalls nutzen durften. Und auch die Interforst war sehr engagiert, hat berichtet und ein kleines Video von allen Preis­trägern gedreht. Aber nicht nur die Fachpresse hat berichtet, sondern auch unsere lokale Tagespresse.

Mit bezahlten Werbeanzeigen hätten wir niemals diese positive Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten, sogar noch Wochen nach der Preisverleihung erreichten uns Glückwünsche. Dafür möchten wir uns nochmals herzlich bedanken – gerade beim dlv, denn neben der medialen Aufmerksamkeit haben wir uns natürlich auch über die Siegprämie sehr gefreut.


Wie lautet Ihr Fazit?

Das ist ganz einfach: Der dlv hat den Deutschen Waldpreis angestoßen, von den Sponsoren wurde er unterstützt und von den Teilnehmern mit Leben erfüllt. Und alle zusammen haben große Aufmerksamkeit erhalten – jeder einzelne für sich, aber noch wichtiger, alle zusammen für die Branche.

Jetzt gilt es, mit dem Deutschen Waldpreis 2019 das positive Image der Forstbranche weiterzutragen. Also, wir können nur alle auffordern, dabei zu sein und mitzumachen!

 

Wer sich am Deutschen Waldpreis 2019 beteiligen möchte und Forstunternehmer/in, Förster/in oder Waldbesitzer/in des Jahres werden will, der kann sich unter www.deutscher-waldpreis.de bis Ende April bewerben.

Interview: Forst & Technik

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