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DEUTSCHER Waldpreis: Wer wird Waldbesitzer des Jahres?

Die Zeitschriften AFZ-DerWald, Forst & Technik und Deutscher Waldbesitzer vergeben auf der Interforst erstmals  den DEUTSCHEN Waldpreis. Die Finalisten in den Kategorien „Waldbesitzer des Jahres“, „Forstunternehmer des Jahres“ und „Förster des Jahres“ stehen jetzt fest. Wir stellen an dieser Stelle die drei Bewerber in der Kategorie Waldbesitzer/in des Jahres vor. Wer den Preis am Ende erhält, können Sie im Zuge des Online-Votings mitbestimmen.

 

Karl Friedrich von Hohenzollern

Karl Friedrich von Hohenzollern Foto: A. Hintz

S. H. Karl Friedrich von Hohenzollern wurde von seinen Mitarbeitern zum DEUTSCHEN Waldpreis vorgeschlagen, da diese der Meinung sind, dass der Fürst ein würdiger Waldbesitzer des Jahres wäre. Er bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, sich weit zu entwickeln und ihre Vorstellungen und Ideen umzusetzen. Dazu gehören neuartige Waldbaurezepte wie auch verschiedenste alternative Einnahmequellen neben den klassischen Holzverkaufserlösen.

Relativ jung sind die beiden Projekte Ruheforst und StammBaum. Neueste Idee des Fürstenhauses ist das „StammBaum“-Projekt. In Ableitung der RuheForst-Idee sollen dabei in den ausgewiesenen Parkwäldern des Fürstenhauses „Feste der Freude“ gefeiert werden, so z. B. Waldhochzeiten, Taufen, Geburtstage oder alle anderen denkbaren Anlässe. Hierzu werden markante Bäume ausgewählt, die im Rahmen einer Patenschaft erworben werden können.

Sehr viel Wert wird aber auch auf den Naturschutz und den Erhalt bzw. die Förderung von Habitatstrukturen gelegt. Auch diese Naturschutzleistungen werden in Form von Ökopunkten in Wert gesetzt.

In den Wäldern gibt es insgesamt drei Waldkindergärten, die finanziell gefördert werden. Und der Wald um die Burg Hohenzollern bei Hechingen ist der erste private zertifizierte Erholungswald nach PEFC in Deutschland.

 

Lutz Freytag

Lutz Freytag Foto: R. Soppa

Ich bin Förster in dritter Generation. Im Jahr 2005 konnte ich meinen Traum vom eigenen Wald verwirklichen, indem ich vom Land Brandenburg die ehemals militärische Liegenschaft Hohenleipisch mit einer Größe von 328 ha erwerben konnte. Munitionsfabrik und Waffenlager wurden von der Wehrmacht angelegt und nach dem Krieg von der Sowjetarmee als Sonderwaffenlager genutzt. Noch heute stehen dort über 100 Gebäude und Bunker. Überall finden sich Spuren der militärischen Vergangenheit – Munitionsreste, Schrottfahrzeuge, Stacheldrahtzäune und mehr. Glücklicherweise ergaben die regelmäßigen Grundwasserproben keine chemischen Belastungen. Hauptbaumart in der Niederlausitz ist die Kiefer.

Damit sich die letzten alten Traubeneichen aus der vorherigen Waldgeneration wieder verjüngen konnten, musste ein Waldbau- und Jagdkonzept her. Der Wildbestand wurde deutlich reduziert und lässt heute die Naturverjüngung selbst bei der verbissgefährdeten Traubeneiche ohne Zaun zu. M

Die Liegenschaft steht fast zur Hälfte unter Naturschutz, daher habe ich Einnahmequellen im Bereich Vertragsnaturschutz entwickelt und einen Kompensationsflächenpool errichtet, der u. a. durch die Deutsche Bahn AG in Anspruch genommen wird.

Ein Beispiel sind die Bunker, die als Quartiere für seltene Waldfledermausarten hergerichtet wurden. Stolz bin ich auch auf das Projekt zur Wiederansiedlung des Auerwilds.

 

Michael Fischer

Michael Fischer mit Familie Foto: R. Soppa

Seit 1356 ist der Hof im Spessart in unserem Familienbesitz. Heute bewirtschafte ich den 72 ha großen Wald im Nebenerwerb. Nachhaltigkeit und Naturschutz stehen bei uns an oberster Stelle.

Bereits seit 1975 wurden die ersten Bestände von meinem Vater in Mischbestände umgewandelt. Damals wurde er noch belächelt. Heute bestehen die Bestände aus fünf bis sieben verschiedenen Baumarten.

Etwas Besonderes ist z. B. der große Gedenkstein, der 1998 zu Ehren der ehemals in diesem Revier tätigen Jäger errichten wurde. Der Platz bei dem Stein ist der Lieblingsplatz meiner Familie. Hier wird jährlich ein große Lakefleischessen veranstaltet, zu dem bis zu 120 Personen teilweise von weit herkommen.

Des Weiteren engagiere ich mich in den Bereichen Naturschutz und Jagd. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Alleen aus Robinien, Ebereschen, Kastanie und Esskastanie sowie fünf Feuchtbiotope im Wald angelegt.

Ein Ziel von mir ist es, bei der kommenden Hofübergabe einen stabilen und naturnahen Waldbestand übergeben zu können. Weiter wünscht ich mir, dass auch künftige Generationen den Wald wie bisher und ohne weitere Restriktionen bewirtschaften können und das die Jagd in heutiger Form auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt.

 

Wer den Preis am Ende erhält, bestimmen im Zuge des Online-Votings jetzt auch Sie.

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