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Die Preisträger des DEUTSCHEN Waldpreises 2018: Lutz Freytag, Waldbesitzer des Jahres, Florian Vögele, Förster des Jahres, Sylvia Settekorn und Hendrik Settekorn, Forstunternehme/rin des Jahres sowie Philipp zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände und Juror des DEUTSCHEN Waldpreises.

DEUTSCHER Waldpreis erstmalig verliehen

Der führende Verlag im Forstbereich, der dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag, zeichnete am 19. Juli erstmalig vorbildliche Waldbesitzer/innen, Förster/innen und Forstunternehmer/innen mit dem DEUTSCHEN Waldpreis aus. Vergeben wurde der bundesweit einzigartige Preis von den Forstmedien AFZ-DerWald, Deutscher Waldbesitzer, forstpraxis.de und Forst&Technik auf der Messe INTERFORST in München. Zahlreiche Verbände und Unternehmen unterstützten die Vergabe – über 150 Gäste aus Politik und aus der Branche nahmen an der Preisverleihung teil.

Ganz nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“, dient der DEUTSCHE Waldpreis – initiiert von den Forstmedien des führenden Verlags im Forstbereich, dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag, nicht nur dazu, Personen für ihre Leistungen zu ehren. Der Preis soll auch ermöglichen, Ideen, durch die der Wald und die darin beschäftigten Personen trotz Klimawandel und Restriktionen aus der Gesellschaft in eine nachhaltige, naturnahe und ertragreiche Zukunft blicken können, anderen zugänglich zu machen.
Als „Waldbesitzer des Jahres“ wurde Lutz Freytag aus Barleben, Brandenburg ausgezeichnet. Ebenfalls aus Brandenburg, Oderberg, kommt Sylvia Settekorn, die zur „Forstunternehmerin des Jahres“ gekürt wurde. Den Titel „Förster des Jahres“ darf ab sofort Florian Vögele aus Fischen im Allgäu tragen.
„Es ist uns eine Ehre, mit der Verleihung des DEUTSCHEN Waldpreises Menschen auszuzeichnen, die sich in besonderer Weise für Forst und Wald einsetzen.“ betonte Amos Kotte, Geschäftsführer dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag in seiner Begrüßungsrede und ergänzte gleich: „Wir hoffen nun auf den Beginn einer langen Tradition“.

Zwanzigköpfige Jury

Philipp zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände und Juror des DEUTSCHEN Waldpreises holte als Moderator der Veranstaltung noch weiter aus: „Dieser Preis hat eine große Bedeutung. Er richtet das Scheinwerferlicht auf diejenigen, die unsere Wälder vorbildlich und nachhaltig bewirtschaften. Er verdeutlicht einmal mehr, dass die Forstwirtschaft sowohl über innovatives Unternehmertum verfügt als auch über eine Vielzahl an kreativen und verantwortungsvollen Köpfen, die sich für den Wald stark machen. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass unsere klugen Köpfe auch über die Grenzen unserer Branche bekannt werden.“
Und dass es viele „kluge Köpfe“ gibt, das zeigte sich auch in der hohen Qualität der eingereichten Bewerbungen, die nach der sechsmonatigen Bewerbungsphase von einer zwanzigköpfigen Jury, bestehend aus Chefredakteuren der dlv-Forsttitel sowie Fachleuten von Branchenorganisationen, beurteilt wurden. Dazu zählten u.a. Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldbesitzer, Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats und Prof. Dr. Bettina Kietz, Professorin für Ressourcenmanagement an der HAWK Hochschule Hildesheim.
„Die Bewerbungsunterlagen zu sichten war eine große Freude. Auf der einen Seite sehen wir einen enormen, positiven Tatendrang in der Branche. Auf der anderen Seite bleiben die Initiativen immer im Takt der Natur und verlieren die Bodenhaftung nicht. Die Waldbesitzer zum Beispiel haben uns mit einer Vielzahl neuer Geschäftsideen beeindruckt. Für die meisten Förster ist der Bereich Öffentlichkeitsarbeit zur Herzensangelegenheit geworden. Nicht zuletzt war es toll zu sehen, welch vorbildliche Arbeitgeber unsere Forstunternehmen sind und wie achtsam sie mit der Natur umgehen.“ lobt Rainer Soppa, Chefredakteur Deutscher Waldbesitzer und Jurymitglied.
Drei Kandidaten je Kategorie wählte die Jury in die Shortlist. Wer schließlich den aus heimischem Holz gefertigten Pokal sowie einen Scheck über 2.000 Euro erhalten sollte, das entschied die Öffentlichkeit. Über 3.500 User gaben im Juni auf forstpraxis.de ihre Stimme ab, um den jeweiligen Gewinner zu ermitteln. Bekannt gegeben wurden die Preisträger schließlich im Rahmen der offiziellen Preisverleihung am Nachmittag des 19. Juli auf der INTERFORST Messe in München. 150 geladene Gäste und Zuschauer besuchten die Veranstaltung, die nicht nur durch die Einspielung kurzer Filmsequenzen kurzweilig und spannend war.

Waldbesitzer des Jahres

Zum „Waldbesitzer des Jahres“ wurde Lutz Freytag gewählt, der bereits in dritter Generation Förster ist. Nach dem Studium an der Universität Göttingen kam er über verschiedene berufliche Stationen zur Bundesforstverwaltung. Im Jahr 2005 konnte er seinen Traum vom eigenen Wald verwirklichen, indem er die ehemals militärische Liegenschaft Hohenleipisch in Brandenburg erwarb. Die Liegenschaft steht heute fast zur Hälfte unter Naturschutz. Daher entwickelte Lutz Freytag alternative Einnahmequellen im Bereich Vertragsnaturschutz und errichtete einen Kompensationsflächenpool, der u.a. von der Deutsche Bahn AG in Anspruch genommen wird. Weitere Naturschutzprojekte führt er mit der Deutschen Umwelthilfe, dem Naturschutzfond Brandenburg und der Naturparkverwaltung durch.
Mit Freytag nominiert waren S. H. Karl Friedrich von Hohenzollern, der von seinen Mitarbeitern für den DEUTSCHEN Waldpreis vorgeschlagen wurde und mit zahlreichen Maßnahmen für Natur- und Habitatschutz sowie öffentlichkeitswirksame Projekte überzeugt sowie Michael Fischer aus Fellen in Bayern, der einen 72 ha großen, seit 1356 im Familienbesitz befindlichen Wald im bayerischen Spessart im Nebenerwerb bewirtschaftet und nicht nur Wald-Mischbestände fördert, sondern auch viel für die Verbesserung der Lebensräume des Wildes tut.

Förster des Jahres

Zum „Förster des Jahres“ wurde Florian Vögele gewählt, der seit vier Jahren als Förster an der Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu e.V. tätig ist. 7.000 ha Wald liegen in seiner Obhut. Neben 60.000 Festmeter Holz vermarktet die FBG auch 40.000 Srm (Schüttraummeter) Hackschnitzel an regionale Heizwerke. Die FBG ist für 24.000 ha Waldfläche der 3.000 Mitglieder verantwortlich. Als besonderen Service bietet Vögele die Suche nach verloren gegangenen Grenzsteinen mit einem GPS-Gerät an. Die FBG arbeitet erfolgreich daran, einen ertragreichen und klimafitten Wald aufzubauen und von der Wertschöpfung zu profitieren. Vögele legt zudem Wert darauf, die forstliche Vorgehensweise verständlich darzulegen. Dazu nutzt er neben herkömmlicher Pressearbeit auch soziale Medien wie Facebook. Seine 1.750 Follower informiert er direkt mit transparenten Neuigkeiten.
Neben Vögele waren Josef Wagner, technischer Leiter des Forstamts Daun in Rheinland-Pfalz, sowie Andreas Weber, Förster des Forstbetriebsbezirks Dortmund in Nordrhein-Westfalen, nominiert. Während Wagner auf eine enge Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen legt, liegt Weber die Öffentlichkeitsarbeit ganz besonders am Herzen.

Forstunternehmerin des Jahres

Zur „Forstunternehmerin des Jahres“ wurde Sylvia Settekorn, Geschäftsführerin der Umweltengineering GmbH aus Oderberg gewählt. Vor 25 Jahren gründete sie das breit aufgestellte Forstunternehmen, das neben ihr und ihrem Sohn neun Mitarbeiter zählt. Mit drei Harvestern und drei Forwardern werden überwiegend Dienstleistungsaufträge im Landeswald abgearbeitet. Aber auch alle anderen forstlichen Dienstleistungen bietet die Umwelt engineering GmbH an. Im August 2017 übernahm Hendrik Settekorn die Gesellschafteranteile und steht seiner Mutter seither als Mitgeschäftsführer gleichberechtigt zur Seite. Er studierte Forstwirtschaft in Eberswalde und baute als neues Geschäftsfeld den motormanuellen Bereich auf, zu dem u.a. die Baumpflege, Verkehrssicherung und die Spezialbaumfällung zählen. Passend dazu hält er seit einigen Jahren sehr erfolgreich Motorsägenkurse ab. Bemerkenswert ist das ehrenamtliche Engagement der Settekorns für die Branche. Sylvia Settekorn ist Vorsitzende des Forstunternehmerverbandes Brandenburg und vertritt die Unternehmerschaft zusätzlich im Deutschen Forstunternehmer-Verband (DVUV). Darüber hinaus bringt sie die Interessen der Forstdienstleister in der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg ein. Hendrik Settekorn setzt als Vorstandsmitglied im Brandenburger Forstverein und Mitglied der Wirtschaftsjunioren zusätzlich eigene Akzente ein.
Neben Sylvia Settekorn waren Elmar Stertenbrink aus Erkrath in Nordrhein-Westfalen mit der Fuhrhalterei Stertenbrink, zu dessen Angebotsportfolio unter anderem die Arbeit mit Rückepferden zählt sowie der Quereinsteiger Peter Straubinger, der sich erst später für die Arbeit im Forst entschied und nun einen Forstbetrieb mit dreizehn Mitarbeitern in Fischen im Allgäu führt, nominiert.
Mit dem DEUTSCHEN Waldpreis zeichnen die Forstmedien des führenden Verlags im Forstbereich, dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag, Menschen aus, die mit ihrem Einsatz für die nachhaltige Waldwirtschaft, neuen Arbeitsverfahren oder aber alternativen Geschäftsideen besonders positiv aufgefallen sind. Waldbesitzer, Förster und Forstunternehmer sollen motiviert werden, erfolgreich eingeschlagene Wege weiter zu gehen, neue Ideen zu entwickeln und ihre Aktivitäten in der Branche aber auch in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Gewinner im Überblick

  • „Waldbesitzer/in des Jahres“: Lutz Freytag, 39179, Barleben, Brandenburg
  • „Forstunternehmer/in des Jahres“: Sylvia Settekorn, 16248 Oderberg, Brandenburg
  • „Förster/in des Jahres“: Florian Vögele, 87538 Fischen im Allgäu, Bayern

 

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