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DFWR: Bundeswaldinventur bestätigt das Erfolgsmodell multifunktionale Forstwirtschaft

DFWR: Bundeswaldinventur bestätigt das Erfolgsmodell multifunktionale Forstwirtschaft

Die von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am 8.10.2014 in Berlin vorgestellten Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur (BWI3) zeigen, wie gut es um den deutschen Wald bestellt ist. „Die aktuellen Zahlen belegen, dass die Forstwirtschaft in Deutschland sorgsam mit dem ihr anvertrauten Gut umgeht“, so Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR). Generationen von Waldbesitzern und Forstleuten sei es gelungen, durch eine nachhaltige und multifunktionale Bewirtschaftung gleichermaßen produktive wie auch zunehmend struktur- und artenreiche Wälder aufzubauen. „Auf das Bewirtschaftungsprinzip, das diesem Erfolg zugrunde liegt, können wir gemeinsam stolz sein“, meint Schirmbeck.
Laubholz auf dem Vormarsch
Trotz der laufenden Inanspruchnahme auch von Waldflächen für Verkehrs-und andere Infrastrukturprojekte sei die bundesweite Waldfläche im Vergleich zur vorherigen Inventur mit Stichjahr 2002 (BWI2) konstant geblieben. Die Begründung neuer Wälder auf vormals waldfrei gewordenen Standorten habe dazu geführt, dass entsprechende Flächenabgänge wirkungsvoll ausgeglichen werden konnten.
Nicht zuletzt aufgrund der nach wie vor umfangreichen Aktivitäten von Waldbesitzern und Forstleuten zum Umbau ihrer Wälder habe sich der Anteil des Laubholzes an der Waldfläche weiter erhöht. Im Vergleich zu den Inventurergebnissen des Jahres 2002 sei dieser um 7 % auf 43 % gestiegen. „Wie in allen Lebenslagen müssen wir darauf achten, dass wir diesen Bogen aufgrund einseitiger Ausrichtung nicht überspannen“, mahnt Schirmbeck. In vielfältigen und stabilen Mischbeständen darf ein angemessener Anteil standortgerechten Nadelholzes nicht aus den Augen verloren werden, um auch kommenden Generationen ein ausreichend hohes Nutzungspotenzial zu übertragen. Parallel hierzu müsse die gesamte Branche mit Hochdruck daran arbeiten, auch im Bereich des Laubholzes vielfältige Produkte zu entwickeln und am Markt zu etablieren.
Arten- und Biotopschutz als integraler Bestandteil
„Forstwirtschaft zerstört Deutschlands Waldnaturerbe – Umweltverbände fordern Einschlagstopp für alte Buchenwälder“, so titelte im Januar 2012 eine gemeinsame Presseerklärung unter anderem von BUND, NABU und Greenpeace. Jenseits von ideologisch geprägten Behauptungen, so betont DFWR-Geschäftsführer Dr. Markus Ziegeler, würden die aktuellen Zahlen erwartungsgemäß belegen, dass die Realität eine andere ist. So sei über die gesamte Buchenfläche hinaus insbesondere der Anteil von Beständen älter als 120 Jahre deutlich um etwa 70.000 ha auf 523.000 ha gestiegen.
Außerdem stiegen Naturnähe und Strukturvielfalt der Bestände sowie der Vorrat an stehendem und liegendem Totholz. „Dies alles zeigt, dass es uns mit unserem multifunktionalen Ansatz erfolgreich gelingt, wichtige Elemente des Arten-und Biotopschutzes als integralen Bestandteil der forstlichen Bewirtschaftung umfangreich zu berücksichtigen“, ergänzt DFWR-Präsident Georg Schirmbeck.
Vorrat und Nutzungspotenzial mit positivem Trend
Trotz der gestiegenen Nachfrage nach dem vielfältigen Rohstoff Holz hat die Nutzung zwischen BWI2 und BWI3 insbesondere beim Laubholz unterhalb des Zuwachses gelegen. Der stehende Holzvorrat habe sich damit weiter von 317 m³/ha im Jahr 2002 auf aktuell 336 m³/ha erhöht. Der positive Einfluss auf die Klimabilanz durch entsprechend gespeicherte Mengen an Kohlenstoffdioxid werde noch deutlich verstärkt durch die klimafreundlichen Effekte einer vermehrten Nutzung und Verwendung von Holz anstelle von nicht regenerativen Materialien und Energieträgern.
Leider, so Ziegeler, sei nicht nur von Greenpeace noch im Frühjahr diesen Jahres behauptet worden, dass der Wald in Deutschland aufgrund seiner Bewirtschaftung nicht mehr in der Lage sei, Kohlenstoffdioxid aufzunehmen und zu speichern. Von ähnlich fragwürdiger Qualität sei die kürzlich getroffene Aussage des Zertifizierungsverbandes FSC Deutschland, wonach ein vermeintlicher Wettstreit um eine möglichst intensive Waldnutzung auch in Deutschland oftmals auf Kosten der Waldökologie und stabiler natürlicher Wälder gehe. „Als Grundlage für Entscheidungen benötigen wir zuverlässige Zahlen und ihre wissenschaftlich fundierte Analyse – also das genaue Gegenteil von dem, was einzelne, sogenannte Umweltverbände und ideologiegesteuerte Organisationen in den vergangenen Monaten haben verlauten lassen“, meint Ziegeler.
„Der heutige Blick in den Zahlenwald hat gezeigt: Unsere Arbeit tut dem Wald gut! Wir freuen uns auf eine intensive und kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der dritten Bundeswaldinventur, um daraus diejenigen Schlüsse zu ziehen, die unsere Branche benötigt, um ihren erfolgreichen Weg weiter zu gehen“, so Schirmbeck.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
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