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Bundeswaldministerin Julia Klöckner eröffnete am 17. September die Deutschen Waldtage 2020.

Deutsche Waldtage 2020 im Berliner Grunewald eröffnet

Im Berliner Grunewald hat die Bundeswaldministerin Julia Klöckner am 17. September die Deutschen Waldtage 2020 eröffnet. Diese finden in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam! Für den Wald.“ statt.

Mit dem Motto ist die konkrete Aufforderung an alle verbunden, zum Erhalt des Waldes beizutragen, denn Dürre, Stürme und Borkenkäfer haben in den vergangenen drei Jahren massive Schäden verursacht. 285.000 ha Schadflächen müssen wiederbewaldet werden. Unter anderem für den klimaangepassten Waldumbau stehen deshalb seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums 1,5 Mrd. € Hilfen bereit.

Bundesministerin Klöckner: „Der Wald ist unsere grüne Lunge, ein Alleskönner. Seit drei Jahren steht er aber unter Dauerstress. Umso wichtiger ist es, geschädigte Flächen wieder zu bewalden. Wenn wir heute keine Bäume setzen, werden es uns die kommenden Generationen übel nehmen. In der Pflanzzeit jetzt im Herbst brauchen wir daher eine Pflanzoffensive für unsere Wälder. Um sie umzubauen und fit zu machen für den Klimawandel: stabil, klimaresilient und angepasst an den Standort. Dafür haben wir als Bund finanzielle Unterstützung bereitgestellt, zudem investieren wir massiv in die Waldforschung.“

Am Beispiel des „Wald.Berlin.Klima“-Pfads im Grunewald konnte die Bundesministerin ihre Vorstellung des Waldumbaus klar umfassen: Weg von nadelholzdominierten Beständen hin zu Mischwäldern aus Laub- und Nadelbäumen, um den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Zudem kann sich der Wald somit auch für klimaresistentere Baumarten öffnen, die bislang noch keine Verbreitung gefunden haben.

Alleskönner Wald

Der Wald erfüllt viele zentrale und wichtige Funktionen, sei es als CO2-Speicher und Klimaschützer, beim Erhalt der Biodiversität, oder als Arbeitgeber und Einkommensquelle. Holz ist nachhaltiger Baustoff und nachwachsender Energiespender, der Wald ein Wasserspeicher und Erlebnisraum.

Neue Wege beim Waldumbau

Um einen klimaangepassten Waldumbau zu ermöglichen, werden in der Waldbewirtschaftung neue Wege beschritten. Geschädigte Waldflächen müssen in den meisten Fällen für die Wiederbewaldung vorbereitet werden. Neben der klassischen Flächenräumung können zukünftig in bestimmten Situation alternative Varianten für die Flächenvorbereitung hilfreich sein, wie beispielsweise eine Teilräumung der Flächen. Ähnliches gilt auch für die Wiederbewaldung. Um einen gezielten Waldumbau zu erreichen, ist die Pflanzung oft unumgänglich. In anderen Fällen können auch Saat oder natürliche Verjüngung ein Mittel der Wahl sein. Letztlich sind es die Gegebenheiten vor Ort, die – noch mehr als in der Vergangenheit – nach individuellen Lösungen für eine erfolgreiche Wiederbewaldung verlangen.

Finanzielle Hilfen bereitgestellt

Insgesamt stehen 1,5 Mrd. € Hilfen für den Wald bereit. Im Rahmen des Waldgipfels im vergangenen Jahr wurde erreicht, dass mit der Ko-Finanzierung der Länder allein aus der GAK rund 800 Mio. € (470 Mio. € Bundesmittel + 330 Mio. € Landesmittel) als Hilfen zur Verfügung stehen. Die Gelder werden den privaten und kommunalen Waldeigentümern zur Bewältigung der Waldschäden, für Wiederaufforstungen sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel zur Verfügung gestellt. Zudem sind für den Wald im Konjunkturpaket der Bundesregierung zusätzlich insgesamt 700 Mio. € Bundesmittel vorgesehen.

Neben konkreten Finanzhilfen für den Wald setzt das Bundesministerium auch Gelder in der Waldforschung ein. Hierzu zählen, neben dem eigenen Thünen Institut mit etwa 130 Mio. € jährlich auch Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen Dritter im Rahmen des WaldKlimaFonds in Höhe von rund 25 Mio. € Jährlich.

Die Deutschen Waldtage

Die Deutschen Waldtage sind eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in Partnerschaft mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat. Bundesweit bieten insgesamt mehr als 550 lokale Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen bis Sonntagabend die Gelegenheit zum Austausch, zur Information und zum Mitmachen. Alle Informationen rund um die Deutschen Waldtage finden Sie auf www.deutsche-waldtage.de.

Wald.Berlin.Klima-Pfad

Die Ausstellung Wald. Berlin. Klima. soll über die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Wald und der Bedeutung für Berlin informieren. Außerdem erfahren die Gäste etwas über die Arbeit der Förster. Übergeordnetes Thema der Ausstellung ist die Anpassung der Berliner Wälder an den Klimawandel. Das Bundesministerium hat den Pfad über den Waldklimafonds finanziert.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat zum Start der Deutschen Waldtage 2020

Georg Schirmbeck mit Bundesministerin Julia Klöckner bei der Eröffnung der Deutschen Waldtage 2020 im Berliner Grunewald
Georg Schirmbeck mit Bundesministerin Julia Klöckner bei der Eröffnung der Deutschen Waldtage 2020 im Berliner Grunewald Foto: DFWR

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, rief die Bürgerinnen und Bürger anlässlich der Eröffnung der Deutschen Waldtage 2020 dazu auf, sich selbst ein Bild über die Forstwirtschaft und die Zukunft der Wälder zu machen: „Im Rahmen der Waldtage haben Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, die Waldbewirtschaftenden vor Ort kennenzulernen. Sie können sich selbst ein Bild von der Forstwirtschaft im Klimawandel und der Zukunft der Wälder machen. Wald ist für uns alle überlebenswichtig, deshalb setzen Waldbesitzende und Forstleute alles daran, ihn für uns alle zu erhalten. Deshalb nutzen Sie die Deutschen Waldtage 2020. Kommen Sie vorbei, sprechen Sie uns an, wir freuen uns, Ihnen im Wald zu begegnen und sind für Sie da!“

AGDW sieht Rettung der Wälder als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

„Auch dieses Jahr hat gezeigt: Unsere Wälder sind in größter Gefahr“, sagte Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, heute angesichts der Eröffnung der 3. Deutschen Waldtage in Berlin. „Die Rettung und Stabilisierung des Ökosystem Wald muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein.“ Unter dem Motto „Gemeinsam für den Wald“ finden in den nächsten Tagen über 550 Veranstaltungen rund um das Thema Wald in ganz Deutschland statt. „Diese Waldtage sind eine hervorragende Gelegenheit, um auf die Situation in den Wäldern aufmerksam zu machen“, so der Präsident und betonte: „Die rund zwei Millionen Waldeigentümer stehen mit ihrer nachhaltigen Waldpflege vor enormen Herausforderungen, um die Wälder zu stabilisieren und klimafest umzubauen.“ Er forderte, dass jetzt alles unternommen werde, damit die Bund-Länder-Hilfen sowie die Konjunkturhilfen zügig auf die Fläche zu den Waldbesitzern kommen. „Es ist höchste Eile geboten, damit die zerstörten Flächen wiederbewaldet werden und das Käferholz aus den Wäldern geräumt wird“, so der AGDW-Präsident. Immer mehr Waldbesitzer seien auf die Hilfen angewiesen, da die Liquidität nach drei Jahren Krise aufgrund der niedrigen Holzpreise abnimmt.  

Diese Meldung wurde zuletzt am 18.9.2020 um 09:45 Uhr aktualisiert.

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Red./Quelle: BMEL/DFWR/AGDW

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