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Deutsche Waldbesitzerverbände: Umweltgutachten fehlt fachliche Substanz zur Waldbewirtschaftung

Deutsche Waldbesitzerverbände: Umweltgutachten fehlt fachliche Substanz zur Waldbewirtschaftung

„Wir Waldbesitzer freuen uns über jeden, der sich interessiert mit der Thematik `Wald` auseinandersetzt. Doch wenn dabei ideologisches Wunschdenken über fachliche Kompetenz gestellt wird, schadet das unserem Wald und blendet globale Konsequenzen aus“, kommentiert Philipp zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) das Umweltgutachten 2012 des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU). Er bedauere, dass der Sachverständigenrat die Chance vertan habe, neutralen forstwissenschaftlichen Sachverstand hinzuzuziehen. Dem Gutachten fehle daher leider die fachliche Substanz, die zu einer objektiven Auseinandersetzung mit dem Thema der nachhaltigen Waldbewirtschaftung notwendig gewesen wäre.

Gerade im Hinblick auf die umweltgerechte Waldnutzung gebe es genügend unabhängige wissenschaftliche Studien, die die Vorteile der multifunktionalen, nachhaltigen Waldnutzung eindeutig belegen. Dies würde im Gutachten leider „schlicht ignoriert“. Sein Inhalt spiegle lediglich die Meinung bestimmter politischer Gruppierungen und deren Profilierungsinteresse einseitig wieder. So sehr zu Guttenberg nachvollziehen könne, dass der an den Tag gelegte Alarmismus ein probates Mittel der Öffentlichkeitsarbeit sei, so wenig könne er gutheißen, dass das hier propagierte „Schutz“-Konzept tatsächlich zulasten des globalen Waldbestandes ginge. „Wer unsere heimische Waldbewirtschaftung mit ihren hohen ökologischen Standards ausschalten will, nimmt billigend in Kauf, dass der vielseitig einsetzbare, nachhaltig nachwachsende Rohstoff Holz in den letzten verbliebenen Tropen- und Urwäldern in anderen Ländern geschlagen wird. Das leistet Kahlschlag und Raubbau in der grünen Lunge des Amazonas Vorschub“,  so zu Guttenberg weiter.

Zugleich lud zu Guttenberg den Sachverständigenrat ein, sich mit den fachlichen Argumenten für eine nachhaltige Forstwirtschaft zu beschäftigen. Dazu sei es noch nicht zu spät. Denn trotz der Einseitigkeit des vorgelegten Gutachtens gehe er immer noch davon aus, dass den Sachverständigenrat und die Waldbesitzer das gemeinsame Ziel eine, für den Erhalt und die Pflege des heimischen Waldes eintreten zu wollen. Der deutsche Wald wachse jährlich in Qualität und Quantität. Nachhaltige Waldnutzung sei ein konkreter Beitrag zu effektivem, von Akzeptanz getragenem Umwelt-, Natur- und Klimaschutz.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die Interessen der über zwei Millionen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in Deutschland.

AGDW

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