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Deutsche Sägeindustrie sieht Forschungsbedarf

Deutsche Sägeindustrie sieht Forschungsbedarf

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) veröffentlicht erstmals eine Agenda für Forschung und Entwicklung. Die darin definierten Handlungsfelder sollen Eingang in nationale und europäische Förderprogramme finden und langfristig das Cluster stärken.
„In den vergangenen Jahren ging die Forschung zu Forst und Holz häufig an den Themen der Sägeindustrie vorbei oder war nicht besonders praxisnah“, sagte DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt anlässlich der Agenda-Vorstellung. Grund sei auch, dass die Branche es lange versäumt habe, sich aktiv in die Ausgestaltungsprozesse der Förderprogramme einzubringen.
Das hat man beim DeSH nun geändert: Der Verband fragte Mitgliedsunternehmen und Wissenschaft nach dem aktuellen Forschungsbedarf, gründete einen entsprechenden Arbeitskreis und brachte sich im Rahmen der Forest Technologie Platform (FTP) in die Ausarbeitung der nationalen Agenda „ForstHolzPapier“ ein.
Die eigene Agenda sei selbstkritische Bestandsaufnahme, Fahrplan und Wegweiser gleichermaßen, meint Schmidt. Die definierten Forschungs-, Innovations- und Handlungsfelder seien deshalb gezielt in die Bereiche Politik und Gesellschaft, Ökologie und Klimaschutz, Technologie und Entwicklung eingebettet. Konkrete Themenschwerpunkte sind aus Sicht des DeSH:
•  Multifunktionale Waldgesellschaften (integrativer Natur- und Klimaschutz);
•  Klimaschutz- und Nutzungspotenziale im (Klein-) Privatwald;
•  Kaskadennutzung und Kreislaufwirtschaft („Null Abfall“-Szenario);
•  Umwelt- und Ressourcenoptimierung in Logistik- und Produktionskette;
•  Produktinnovationen und neue Anwendungsbereiche;
•  Stärkung von Wissenschaft und Gewinnung von Fachkräften;
•  Harmonisierung von Produkt- und Handelsstandards;
•  Cluster- und Synergiepotenziale.
Mit dem ersten Ergebnis zeigt sich Schmidt durchaus zufrieden. Dies könne allerdings nur der Anfang sein: „Wichtig ist, dass wir eine generelle Kultur für Forschung und Entwicklung in unserer Branche etablieren und die Agenda kontinuierlich ergänzen und weiterentwickeln.“ Dies sei angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen für die Betriebe zwar schwer zu realisieren, doch mittelfristig unumgänglich. „Wir verstehen die Agenda auch als Impuls“. Diese sei Leitfaden für die Verbandsarbeit in den nächsten Jahren. Mit der ersten Fassung möchte man insbesondere auf die ungenutzten Potenziale des Sektors hinweisen und deren Chance für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland aufzeigen.
Die Themen der Sägeindustrie fanden auch Eingang in die nationale Agenda „ForstHolzPapier“ des Gesamtsektors. Diese soll am 10. Juni 2015 in Berlin vorgestellt werden.
Die Forschungsagenda der Säge- und Holzindustrie Hier zum Herunterladen.
DeSH

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