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Deutsche Rundholzpreise 2011 weltweit Rekordniveau

Deutsche Rundholzpreise 2011 weltweit Rekordniveau

Der Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) hat zum Jahresende die Rundholzpreisentwicklung für das Jahr 2011 analysiert. Der Ländervergleich des BSHD zeigt eindrücklich, wie groß die Diskrepanz bei den Fichterundholzpreisen ist: Das mit Abstand niedrigste Preisniveau wiesen Russland und Kanada auf. Während sich die Fichte im Leitsortiment der Stärkeklasse 2b beispielsweise in den skandinavischen und baltischen Ländern in einem Preisrahmen von 50 bis  60 €/Fm bewegte, lag der Preis in der D-A-CH-Region jenseits von 90 €/Fm. Dabei belegte Deutschland im Ländervergleich mit deutlichem Abstand den Spitzenplatz.

Selbst Unternehmen in Ländern mit vergleichsweise niedrigem Rundholzpreisniveau meldeten aufgrund der nach wie vor schlechten Baukonjunktur in Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise schlechte Ertragslagen. Was allerdings der Sägeindustrie im Ausland bislang nur Kopfzerbrechen bereitet, bringt die deutsche Sägeindustrie mittlerweile in einen zunehmend bedrohlichen Zustand. Zahlreiche Betriebe kämpfen mittlerweile um die Existenz.

Doch nun zeichne sich zum Jahresende eine Trendumkehr ab. In den letzten Wochen wurden laut BSHD nicht nur in der deutschen Sägeindustrie erhebliche Kapazitätsanpassungen vorgenommen, um über die Weihnachtsfeiertage hinaus im kommenden Jahr den Druck auf den Rund- und Schnittholzmärkten zu reduzieren. Mittlerweile berichten die ersten Betriebe auch über nachgebende Rundholzpreise: „Die Preisanpassungen reichen jedoch bei Weitem noch nicht aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Sägeindustrie zurückzugewinnen“, so Dr. Klaus Böltz, Präsident des BSHD mit Ausblick auf das erste Quartal im neuen Jahr. Vor diesem Hintergrund haben einige Unternehmen bereits angekündigt, auf dem aktuellen Niveau bis auf weiteres keine neuen Abschlüsse einzugehen, um die Rohertragskrise nicht noch weiter zu verschärfen.

Viele Waldbesitzer hätten jedoch inzwischen erkannt, dass auch ein abgesenktes Rundholzpreisniveau noch attraktiv genug ist, um in den Einschlag zu gehen. Nachhaltiges forstliches Handeln dürfe nicht an der Waldstraße enden, sondern müsse auch die Geschäftsbeziehungen zu der Kundengruppe umfassen, mit der die größten Umsätze generiert würden.
 

BSHD

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